Lausitzer Rundschau: Zum Jahreswirtschaftsbericht und der Politik der Großen Koalition / Gut ist ni

Lausitzer Rundschau: Zum Jahreswirtschaftsbericht und der Politik der Großen Koalition / Gut ist nicht gut genug

ID: 1018826
(ots) - Wer den von Minister Sigmar Gabriel (SPD)
vorgelegten und gestern vom Kabinett beschlossenen
Jahreswirtschaftsbericht mit den Empfehlungen des
Sachverständigenrates vergleicht, kann nur zu einem Schluss kommen:
Die Ratschläge der von ihr selbst bestellten Wirtschaftsweisen sind
der Bundesregierung schnurz. Sie sind in den Wind gesprochen. Nun ist
noch keine Regierung den Gutachten der meist konservativen
Professoren bedingungslos gefolgt, doch täte gerade die Große
Koalition gut daran, die Hinweise wenigstens ernst zu nehmen. Denn
sie beansprucht, die gute wirtschaftliche Lage des Landes dauerhaft
sichern zu wollen. Doch das, was in den nächsten Monaten beschlossen
werden soll, der Mindestlohn und das Rentenpaket mit seinen
Auswirkungen auf die Sozialkassen, wird die deutsche Wirtschaft
zunächst einmal eher belasten. Nicht, dass diese Maßnahmen
überflüssig wären. Aber es wäre zu wünschen, dass sie mit etwas
weniger ideologischer Verve angegangen würden. Dann würde man zum
Beispiel beim Mindestlohn nicht gleich sagen "Keine Ausnahmen",
sondern sorgsamer schauen, wo er der Beschäftigung oder den Betrieben
besonders schadet. Schwarz-Rot scheint jedoch zu denken, dass die
gute wirtschaftliche Lage des Landes eine Art Selbstläufer ist. Die
gestrige Prognose, 1,8Prozent Wachstum für dieses und sogar
zwei Prozent für das nächste Jahr, befördert diese fatale Ansicht.
Doch dieses ohnehin bescheidene Wachstum beruht wesentlich auf
Effekten und Politiken der zurückliegenden Jahre. Und die Welt
ringsherum schläft nicht. Noch mehr zu kritisieren ist mit Blick auf
die langfristige Perspektive deshalb all das, was von der Großen
Koalition gar nicht erst angepackt werden soll. Nicht mehr Effizienz
und Wettbewerb im Gesundheitswesen, nicht die Überprüfung der
familienpolitischen Leistungen und ihre Konzentration auf die bessere


Vereinbarkeit von Beruf und Familie, nicht die Korrektur der
Schieflagen im Steuersystem von den Umsatzsteuerbefreiungen bis zur
Kalten Progression. Nicht ein modernes Zuwanderungsrecht, nicht die
Erhöhung der Chancengerechtigkeit in der Bildung. In all diesen
Fragen verteilt sich die Verantwortung für Blockaden durchaus gerecht
zwischen Union und SPD. Dass die Große Koalition eine aktive
Industriepolitik betreiben will und die Interessen des produzierenden
Gewerbes offensiv vertritt, auch in Brüssel, ist zweifellos gut. Dass
sie den Mittelstand unterstützt und die Schuldenbremse früher als
gefordert einhalten will, steht ebenfalls auf der Habenseite. Auch
das geplante sanfte Abbremsen des Strompreisanstiegs. Doch gut ist
für die Zukunft nicht gut genug.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Lausitzer Rundschau: Zur Zulassung des Genmaises 1507 und Berlins Verhalten / Feiges, falsches Spiel Badische Zeitung: Elternunterhalt:Überzeugendes Urteil
Kommentar von Christian Rath
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.02.2014 - 21:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1018826
Anzahl Zeichen: 3065

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 282 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Zum Jahreswirtschaftsbericht und der Politik der Großen Koalition / Gut ist nicht gut genug"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Westfalenpost: Warsteiner Sorgen / Kommentar von Stefan Hans Kläsener zum aktuellen Sachstand Legionellen ...
Fangen wir mit der guten Nachricht an: Die Konsequenz, mit der NRW-Umweltminister Johannes Remmel sich um die Aufarbeitung der Legionellen-Katastrophe von Warstein kümmert, ist aller Ehren wert. Nachdem die Landesregierung im vergangenen Sommer die Warsteiner und den Landkreis mit dem lebensgef

Westfalenpost: Auch an die Würde der betagten Eltern denken / Kommentar zum Elternunterhalt von Monika Willer ...
Beim Geld hört die Freundschaft auf. Städte und Gemeinden wollen nicht auf den Pflegekosten für immer mehr ältere Bürger sitzenbleiben. Wenn diese keine Familien haben und das Vermögen aufgebraucht ist, gerät die öffentliche Hand in die Pflicht. Gibt es aber Kinder, so müssen sie für de

Allg. Zeitung Mainz: Unauflöslich / Kommentar zum Unterhalt-Urteil ...
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt. Gleichzeitig gibt es immer weniger Kinder. Und Pflege ist teuer und für viele Dienstleister keineswegs nur Nächstenliebe, sondern ein Bombengeschäft. Das nennt man Teufelskreis. Und darein platzt nun das Urteil des Bundesgerichtshofes, das so ga

WAZ: Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Kommentar von Frank Preuß ...
Dreieinhalb Jahre hat es gedauert bis zu dieser Anklageschrift. Dreieinhalb Jahre, in denen nicht nur Opfer und Hinterbliebene der Loveparade-Katastrophe immer wieder gefragt haben: Warum geht es nicht schneller? Die Wunden sind tief und werden nicht verheilen. Aber um je so etwas ähnliches wie


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z