WAZ: Nadelstiche aus Europa
- Kommentar von Knut Pries
ID: 1021913
Kiew mit Sanktionen gegen das Regime Janukowitsch. Gut so. Man muss
nicht denen, die einen materiellen Nutzen aus der Unterdrückung
ziehen, auch noch behilflich sein, die Früchte ihrer Brutalität im
Ausland zu genießen. Den ein oder anderen Systemprofiteur mag der
Frust über ein gesperrtes Konto nachdenklich machen, wie weit er es
mit der Unterstützung des herrschenden Clans treiben soll. Der
ersehnte Soforteffekt - Beendigung der Gewalt, Start eines
politischen Veränderungsprozesses mit zivilen Mitteln - ist damit
aber nicht zu erzielen.
Was den Fall der Ukraine für wohlmeinende Einwirkung von außen so
schwierig macht, ist die Verquickung zweier Probleme. Im Lande selbst
ist das die materiell und moralisch korrupte Sippschaft der
Regierenden und ihrer Sponsoren. Beim Nachbarn nebenan ist es der
große Pate Putin. Beide haben bis auf weiteres Interesse,
Janukowitsch zu stützen. Die einen, weil sie in seinem Windschatten
ihre Geschäfte machen können. Der andere, weil der skrupellose Herr
in Kiew am ehesten die Gewähr dafür bietet, dass die Ukraine, vor
Kurzem noch Schlüsselrepublik im Sowjetreich, sich nicht von Russland
ab- und dem Westen zuwendet.
Wenn es eine Kraft gibt, die möglicherweise in der Lage ist, das
Regime zu erschüttern, ist es der Maidan selbst. Also die politische
Bewegung, die unter dem Namen ihres Haupttatortes mittlerweile
Geschichte macht wie zuvor die Massen auf dem Tahrir-Platz in der
ägyptischen Hauptstadt Kairo.
Ob das Regime fällt und wann, weiß freilich derzeit keiner. "Nur
noch eine Frage der Zeit", raunen sie in Brüssel. Stimmt - kann nur
verdammt lange dauern, siehe Syrien.
Das alles heißt nicht, dass man auf den Einsatz der Mittel, die
man hat, verzichten sollte. Über ihre begrenzte Reichweite darf man
sich aber keine Illusionen machen. Um im Falle Ukraine wirklich etwas
zu bewegen, müsste sich die EU in die Lage versetzen, ihr
wirtschaftliches Gewicht im Umgang mit Russland strategisch zur
Geltung zu bringen. Davon ist sie weit entfernt.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.02.2014 - 18:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1021913
Anzahl Zeichen: 2494
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 188 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: Nadelstiche aus Europa
- Kommentar von Knut Pries"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
WAZ: Der Terror verändert sich - Kommentar von Dietmar Seher ...
Bonn. Solingen. Jetzt Dinslaken. Es sind ruhige, bürgerliche Städte. Es sind auch Nester potenzieller politischer Gewalttäter. Aus Dinslaken ziehen sie, geschult durch Videos, nach Syrien. Einige sterben dort. Andere werden, fanatisierter, zurückkehren. Dann werden sie hier zur Sicherheitsge
WAZ: Mindestens 15 Islamisten aus Deutschland in Syrien getötet ...
Im syrischen Bürgerkrieg sind bisher mindestens 15 deutsche oder aus Deutschland stammende Islamisten getötet worden. Sie haben dort als Rebellen gegen das Assad-Regime gekämpft. Sieben der Toten stammen aus Nordrhein-Westfalen. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung und des NRW-Verfassungss
Allg. Zeitung Mainz: Putin entscheidet / Kommentar zur Lage in der Ukraine ...
Jeder Brandsatz und jeder Stein, den Demonstranten in Kiew auf Polizisten werfen, sind ein Argument mehr für die, die jede Verhandlung mit der Opposition in der Ukraine ablehnen und stattdessen knallhartes Durchgreifen, wenn nötig auch durch das Militär verlangen. Die, das sind Wladimir Putin
Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder) zur Ukraine ...
Lange Zeit schien der EU nicht viel mehr einzufallen, als den Druck auf Janukowitsch durch Sanktionen zu erhöhen. Ob dies den in die Enge getriebenen Mann, der sich längst Gedanken darüber machen muss, vor ein Gericht gestellt zu werden, noch irgendwie beeindruckt, ist aber fraglich. Vermittl




