Rheinische Post: Kommentar /
Aufsichtsrats-Klüngel muss gestoppt werden
= Von Gerhard Voogt
ID: 1022561
verpflichtet die landeseigenen Betriebe dazu, strenge Richtlinien bei
der Besetzung von Geschäftsleitung und Aufsichtsräten einzuhalten.
Auch bei der Vergabe von Beraterverträgen gibt es neue Auflagen. Das
Regelwerk ist eine Reaktion auf Misswirtschaft, Intransparenz und
Klüngel, die in der Vergangenheit für viele landeseigene Betriebe
kennzeichnend waren. Oftmals spielen Quotengesichtspunkte und
Regionalproporz eine wichtige Rolle bei der Besetzung von Positionen.
Mancher verdankt seine schöne Visitenkarte auch schlicht dem Umstand,
den Strippenziehern der Parteien an anderer Stelle im Weg gestanden
zu haben. Der Untergang der WestLB, bei dem rund 18 Milliarden Euro
versenkt wurden, zeigt eindrucksvoll, welch desaströse Folgen das
Versagen von parteipolitisch besetzten Aufsichtsgremien nach sich
ziehen kann. Wenn sich nun viele Landesbetriebe darin üben, die
Existenz des Ethik-Kodexes zu ignorieren oder die Implementierung
hinauszuzögern, darf das nicht ohne Folgen bleiben. Das Land als
Eigentümer sollte den Betrieben ein konkretes Ultimatum für die
Umsetzung stellen. Nur freundliche Kritik wird nichts bewegen.
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Datum: 20.02.2014 - 20:46 Uhr
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