Allg. Zeitung Mainz: Ein Schutzbefohlener
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Thema verfehlt. Wie das Kaninchen auf die Schlange schaut alles
auf den Kommissionsbericht, der die Bausünden des Limburger Bischofs
Tebartz-van Elst untersuchen sollte. Schon brüsten sich seine
Verteidiger, da stehe kaum Belastendes drin. Aber darum geht es nicht
mehr. Die Rückkehr des beurlaubten Oberhirten in seine Diözese würde
einen Aufstand auslösen, Massenaustritte der weniger Gefestigten,
Exodus der Standhaften in Nachbardiözesen und inneres Exil der
Verzweifelten. Tebartz-van Elst ist kein guter Bischof. Das erkennt
man nicht am Bischofsbau auf dem Domberg, der wohlgeraten und
architektonisch gelungen ist. Einem anderem hätte man dieses Werk
nicht übel genommen. Ein anderer hätte auch nicht gelogen. Und dieser
Bischof hat gelogen, dass sich die Balken bogen. Nicht einmal, nicht
nur seinem Bauprojekt zuliebe, sondern viele Male. In einem Fall
sogar gerichtlich festgestellt. Er hat Schutzbefohlene enttäuscht
oder getäuscht. Er hörte scheinbar zu und doch weg. Der Verdacht lag
nahe, dass der damalige Münsteraner Weihbischof vom konservativen
Teil der Bischofskonferenz auserwählt war, das aufmüpfige Bistum
zwischen Limburg und Frankfurt zu zähmen. Damit war er überfordert.
Die ihn schickten und die ihn holten, müssen sich das heute
vorwerfen. Sein Sturz hat eine Debatte über das unkontrollierte
Finanzgebaren in deutschen Bistümern ausgelöst. Gut so. Nichts
rechtfertigt die anschließende Menschenjagd auf Tebartz-van Elst. Ein
Papst mit einem Hauch von Menschenkenntnis wird ihn schützen - auch
vor sich selbst - und ihn von Limburg fernhalten.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
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Datum: 04.03.2014 - 20:02 Uhr
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