Neue OZ: Kommentar zu Ai Weiwei
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Es ist nur ein kleines Zeichen, das die chinesische Regierung in
Sachen Ai Weiwei setzt: Das Verfahren wegen Steuerhinterziehung
spielt offenbar keine Rolle mehr, der Künstler darf arbeiten, seine
Kunst verkauft sich gut. Lediglich reisen darf er nicht. Schikane?
Nicht nur. Die Behörden üben auf perfide Art und Weise Druck aus:
Vielleicht geben sie morgen Ais Reisepass zurück. Vielleicht wird ihm
auch generell verboten, seine Kunst auszuüben. Nun ist Ai Weiwei nur
ein prominentes Opfer chinesischer Obrigkeitswillkür: Die Liste mit
Dissidenten, die im Gefängnis sitzen oder saßen, ist lang. Denn China
missachtet nicht nur die Reisefreiheit, die Regierung verweigert
Meinungsfreiheit. Chinesische Journalisten, Autoren, Künstler wissen
ein trauriges Lied davon zu singen. Klaus Staeck sollte daher gar
nicht an die Bundeskanzlerin appellieren müssen, für Ai Weiweis
Reisefreiheit zu kämpfen: Die Frage der Menschenrechte sollte ohnehin
auf ihrer Tagesordnung stehen. Staeck lenkt darauf mithilfe Ai
Weiweis das Augenmerk: Wieder zu Hause, muss Angela Merkel mit der
Frage rechnen, was sie in puncto Menschenrechten in China erreicht
hat.
Ralf Döring
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Datum: 05.03.2014 - 22:00 Uhr
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