Caritas fordert mehr Unterstützung für Frauen bei Familienarbeit

Caritas fordert mehr Unterstützung für Frauen bei Familienarbeit

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Int. Frauentag: Armut bleibt weiblich, solange Sorgeaufgaben und Erwerbschancen nicht gerechter verteilt werden



(firmenpresse) - Stuttgart, 7. März 2014 - Zum Internationalen Tag der Frauen macht die Caritas der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf die beschämende Tatsache aufmerksam, dass der Satz "Armut ist weiblich" nach wie vor gilt. "Will man etwas dagegen tun, dass Frauen in Armut geraten, müssen sie sich von Anfang an ein sicheres berufliches Standbein aufbauen. Dies kann aber nur gelingen, wenn sowohl die Sorge um die finanzielle Existenz als auch die Sorge um die Kinder und die Pflege der Eltern vergleichbar zwischen Männern und Frauen verteilt werden", erklärt Prälat Wolfgang Tripp, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Solange die vielfältigen Aufgaben rund um die Familie nicht gerechter auf die Geschlechter umverteilt würden und Frauen wegen der Erziehung ihrer Kinder auf eine berufliche Tätigkeit verzichten oder nur noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, "werde Armut auch in Zukunft immer verhältnismäßig oft Frauen treffen", prognostiziert Tripp.

Dabei setzt Caritasdirektor Tripp allerdings keinesfalls auf ein familiäres Leitbild, bei dem beide Eltern einer Tätigkeit in Vollzeit nachgehen. "Frauen und Männer sollen aber wirklich wählen können, wie sie die Aufgaben verteilen." Ohne eine Balance in der Aufgabenverteilung und eine gute Kinderbetreuung bleiben jedoch die Probleme bestehen, wie sie in den Beratungsstellen der Caritas vielfach zu beobachten sind. Spätestens wenn eine Beziehung zerbricht, müssen Frauen nach mehreren Jahren Familienarbeit plötzlich eigenständig für ihren Unterhalt sorgen. Finanziell sind sie dann nicht mehr über den Partner abgesichert.

Finanzielle Armut hängt viel damit zusammen, ob Frauen einer Arbeit nachgehen oder nicht und wie diese Arbeit bezahlt ist. Ein Großteil der über 6000 Frauen, die 2013 eine Schwangerschaftsberatungsstelle der Caritas aufsuchten, waren in einer prekären finanziellen Situation: 54 Prozent hatten keinen Berufsabschluss. Lediglich 27 Prozent hatten ein eigenes Erwerbseinkommen. "In unseren Beratungsstellen versuchen wir, individuelle Lösungen zu finden. Wir brauchen aber auch politische und gesellschaftliche Antworten. Selbstverständlich in Form von verlässlichen und flexiblen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Aber ebenso dringend in Form von neuen attraktiven Arbeitszeitmodellen für Frauen und Männer, mit denen sich die Aufgaben in Beruf und Familie auf beide Schultern verteilen lassen, " betont Wolfgang Tripp. Ob "wir in dieser Frage weiterkommen", hält der Caritasdirektor für "entscheidend, damit unsere Gesellschaft zukunftsfähig bleiben kann."


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