Neue OZ: Kommentar zu Hoeneß / Prozess
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Die Spötter und Zyniker sind in solchen Fällen fix zur Stelle, und
so machte der Spruch schnell die Runde, Uli Hoeneß würde für eine
Ablösesumme von mehr als 20 Millionen Euro vom FC Bayern zur JVA
Stadelheim wechseln, wo er einen Fünfjahresvertrag unterschreiben
müsse. Uli Hoeneß, dieser strahlende Fußball-Weltmeister von 1974,
der Architekt des Wirtschaftswunders FC Bayern, mit einem Bein im
Knast?
Es gibt einige Zeichen, die darauf hindeuten, dass der für seinen
Verein so effiziente, im privaten Finanzgebaren jedoch hasardeurmäßig
handelnde Manager hinter Gittern landen wird. Die auch am Dienstag
inflationär in die Höhe schießenden Daten über das Ausmaß der
Steuerhinterziehung heizten die öffentliche Empörung über den selbst
ernannten Gutmenschen an. Das Gericht ist gut beraten, sich von der
Aufregung außerhalb des Münchener Justizpalastes nicht anstecken zu
lassen. Es geht letztlich um die Bewertung der Selbstanzeige; wie es
scheint, war sie wenig wert, auch angesichts der scheibchenweise
verabreichten neuen Entwicklungen.
Hoeneß hat am ersten Tag des Prozesses gesagt, er sei kein
Sozialschmarotzer. Schwer zu verstehen, was er damit meinte. Dass er
das Gemeinwesen, wie alle anderen Steuersünder auch, nachweislich
betrogen hat, gehört bestraft. Und wenn das Gericht zum Schluss
kommt, dass die Sühne dafür in einem Gefängnis abzuleisten ist,
dürfte man das nachvollziehen können.
Alfons Batke
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Datum: 11.03.2014 - 22:00 Uhr
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