BERLINER MORGENPOST: Aufnahme ist selbstverständlich/ Ein Leitartikel von Uta Keseling
ID: 1036416
Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin in diesem Jahr kosten. Fast
dreimal so viel wie ursprünglich geplant. Denn es werden in Berlin
viel mehr Menschen um Asyl bitten als im vergangenen Jahr. Etwa 8000
Asylbewerber, hat das Bundesamt für Migration errechnet, könnten es
dieses Jahr in Berlin sein. Zusätzlich zu den 15.000, die schon hier
leben. Einerseits ist das eine Herausforderung für die Stadt.
Finanziell, organisatorisch und auch menschlich. Andererseits: Ist es
das wirklich?
Zum Vergleich: Die Versorgung der Flüchtlinge kostet etwa
dreizehnmal so viel, wie Berlin dieses Jahr für die Sanierung von
Sportstätten ausgibt. Oder ungefähr sechzehnmal so viel, wie die BVG
in die Sanierung des U-Bahnhofs Leinestraße investiert. Andererseits
ist es aber viel weniger, als etwa der Unterhalt des nicht eröffneten
Flughafens BER im Jahr kostet. Das sind gut 200 Millionen Euro.
120 Millionen Euro sind viel, doch man muss auch fragen, wie diese
Kosten entstehen. Denn die steigen auch, weil sich Asylverfahren oft
über Monate oder gar Jahre hinziehen. Selbst Antragsteller ohne jede
Erfolgsaussichten werden staatlich versorgt, bis die Gerichte
entscheiden. Es mag Menschen geben, die ein Leben in überfüllten
Gemeinschaftsunterkünften, ohne Job und Zukunftsaussichten für
erstrebenswert halten. Die meisten empfinden es jedoch als
staatliches Almosen, das sie nicht wollen und auch gar nicht
brauchen. Gerade Flüchtlinge aus Syrien und afrikanischen Ländern
sind oft jung und gut ausbildet.
Das deutsche Asylgesetz stammt aus Zeiten der
Massenarbeitslosigkeit nach der Wende. "Die nehmen uns die
Arbeitsplätze weg", hieß es damals. Heute ist von "Flucht in die
Sozialsysteme" die Rede. Es herrscht Sorge mit Blick auf die
europäischen Grenzen. Wie viele kommen noch?
Am Kreuzberger Oranienplatz zeigt sich gerade, wie hilflos die
lokale Politik angesichts dieser Fragen ist. Andererseits zeigen
immer mehr Bürgerinitiativen rund um die Asylbewerberheime, wie viele
Berliner das Thema bewegt. 15.000 Asylbewerber leben zurzeit in der
Stadt, bis Jahresende werden 8000 dazukommen. Ist das viel, im
Vergleich zu 3,5 Millionen Berlinern? Oder: zu zwei Millionen Syrern
auf der Flucht? Dass Berlin Flüchtlinge aufnimmt, ist keine
Herausforderung. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Dass dadurch
Kosten entstehen, leider auch.
Der Leitartikel im Internet: www.morgenpost.de/126106708
Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST
Chef vom Dienst
Telefon: 030/2591-73650
bmcvd@axelspringer.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.03.2014 - 20:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1036416
Anzahl Zeichen: 2912
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 260 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BERLINER MORGENPOST: Aufnahme ist selbstverständlich/ Ein Leitartikel von Uta Keseling"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BERLINER MORGENPOST (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
Weitere Mitteilungen von BERLINER MORGENPOST
WAZ: Kulturwandel im Knast - Kommentar von Tobias Blasius ...
Es ist der Versuch eines Kulturwandels. Gefangene in NRW sollen befähigt werden, "in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen". So lautet der hehre Anspruch des Strafvollzugsgesetzes, das Rot-Grün jetzt auf den Weg bringt. Strafe, Recht und Ordnung treten als Begr
Mitteldeutsche Zeitung: Kommentar zu geopolitischen Trends ...
Willkommen in der neuen, alten Weltordnung. Die schien eigentlich überkommen. Auch, weil sich Europa nach 1989 dem Trugschluss hingab, die Welt des Nationalstaats sei vorbei. Das beruht auf einer Fehlwahrnehmung der Ereignisse beim Zerfall des sowjetischen Imperiums. Die Wende war zwar ein gesa
Mitteldeutsche Zeitung: Kommentar zum Naturschutz in Deutschland ...
In den vergangenen 25 Jahren ist im Osten Deutschlands die Luft deutlich reiner, Flüsse und Seen viel sauberer geworden. Und doch hält das Artensterben an. Warum? Die Antwort auf diese Frage überrascht: Weil Deutschland - und damit auch Sachsen-Anhalt - seit Jahren in eklatanter Weise Vorgabe
neues deutschland: Linke beantragt Novellierung des Strafgesetzbuches: Expertenkommission soll NS-Rechtsmerkmale auch außerhalb des Mordparagrafen identifizieren ...
Eine Überarbeitung des deutschen Strafrechts über die Paragrafen zu Mord und Totschlag hinaus will die Linksfraktion im Bundestag erreichen. In einem Antrag unterstützt sie die Ankündigung von Bundesjustizminister Heika Maas (SPD), mit Hilfe einer Expertenkommission noch immer enthaltene Rech




