neues deutschland: Die Rechnung der Unternehmer
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Gewerkschaftsforderungen anschließen, sollte man grundsätzlich
misstrauisch sein. Das gilt auch für die Forderung nach einer
35-Stunden-Woche für Eltern, die am Wochenende aus den Reihen des
Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) laut wurde. Denn
selbstverständlich geht es den Arbeitgebern nicht um eine bessere
Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch wenn diese erwiesenermaßen
zu einem besseren Firmenklima führen würde. Nein, die
Arbeitgeberrechnung lautet ziemlich simpel, dass 35 plus 35 mehr
Arbeitsstunden ergeben als 40 plus 20 oder 25. Denn so wie im
letzteren Modell ist die Arbeitszeit immer noch in vielen Familien
verteilt, wobei die Frauen in den allermeisten Fällen den
Teilzeitpart übernehmen. Die Verwunderung des DIHK darüber ist aber
bestenfalls als zynisch zu bezeichnen, solange die Unternehmen nicht
in der Lage sind, ihren Angestellten ein familienfreundliches Umfeld
zu bieten: Fehlen nämlich interne Betreuungsmöglichkeiten oder
Regelungen für Auszeiten, bleibt vielen Eltern keine Wahl, als auf
eine Vollzeitstelle zu verzichten - mit allen finanziellen und
karrieretechnischen Einbußen, die solch ein Schritt mit sich bringt.
Solange die Forderung nach der 35-Stunden-Woche also nicht mit
Vorschlägen für eine familienfreundlichere Unternehmenskultur
einhergeht, ist wohl kaum zu erwarten, dass sich ihr die
Gewerkschaften anschließen.
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Datum: 06.04.2014 - 18:16 Uhr
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