Westfalenpost: Motorradlärm
Es ist nur allzu verständlich, dass viele
Einheimische und Urlauber im Hochsauerlandkreis ihre Ruhe haben
wollen und Motorradlärm hassen wie die Pest. Darauf deutet eine
Vielzahl von Leserbriefen hin, die diese Zeitung erreicht haben. Und
die legen nahe: Die Polizei soll Krachmachern auf zwei Rädern an den
Kragen gehen. "Damit man die Natur in der schönsten Urlaubsregion des
Landes wieder in aller Stille genießen kann", so der Wunsch eines
Lesers. Wie gesagt, verständlich.
Schaut man sich die
Biker im Sauerland näher an, erkennt man sofort: Die Masse kommt als
Easy Rider daher. Friedfertig und fern des Dezibel-Terrors, der ihnen
immer wieder unterstellt wird. Darunter Ärzte, Anwälte, Studienräte,
die untertourig in den Ortschaften unterwegs sind. Ihnen ihre
Freiheit und den Hoteliers, die sich auf Biker spezialisiert haben,
die Existenz zu nehmen, kann nicht ohne Widerspruch hingenommen
werden. Auch das ist - allzu verständlich.
Es bleibt
abzuwarten, ob die angekündigten Kontrollen des Aktionsbündnisses mit
den neuen Schallmessgeräten ihre Wirkung zeigen. Bisher war das
Messverfahren für den Grenzwert von 80 Dezibel eine äußerst
komplizierte Angelegenheit: Es durfte kein schallreflektierender
Gegenstand in 50 Meter Entfernung zum Mikrofon stehen, eine freie
Strecke bei Grundtempo 50 ist Voraussetzung und vieles mehr. Im Stand
gemessene Werte haben keine Aussagekraft.
Was hilft, ist
das Bewährte: Die gute alte Geschwindigkeitskontrolle, um den wenigen
echten Rowdys ihre Grenzen aufzuzeigen und den Lärm zu reduzieren. Da
lohnt sich ein größerer Personalaufwand bei der Polizei. Letztlich
auch, weil Leben gerettet wird.
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Westfalenpost
Redaktion
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Datum: 07.04.2014 - 19:51 Uhr
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