Umfrage belegt: Vermieter werden ihre gesetzlichen Möglichkeiten zur Mieterhöhung nutzen, um Mietpreisbremse abzufedern
ID: 1047253
Wohnungsmarkt sollen die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip
eine Erleichterung für Wohnungssuchende bringen. Doch wie werden
Vermieter auf diese Regulierungen reagieren? Die Mehrzahl der
Vermieter will in Zukunft alle gesetzlichen Möglichkeiten
ausschöpfen, um die Miete trotzdem zu erhöhen. Das ist das Ergebnis
einer aktuellen Umfrage unter 323 Vermietern im Auftrag von
ImmobilienScout24.
Comeback der Staffelmietverträge? - Nur für kurze Zeit!
Auf die Frage, wie die Vermieter auf die angekündigte
Mietpreisbremse reagieren werden, antwortet mehr als jeder zweite
Vermieter (52 Prozent), dass er die gesetzlichen Möglichkeiten zur
Erhöhung der Miete voll ausschöpfen will. Dazu planen Vermieter
beispielsweise verstärkt Staffel- und Indexmietverträge einzusetzen,
bei der die Miete kontinuierlich erhöht werden kann. Jeder dritte
Vermieter sieht vor, zukünftig diese Art von Mietverträgen zu
schließen.
Steffen Groß, Mietrechtsexperte von ImmobilienScout24, kommentiert
die Ergebnisse so: "Im Koalitionsvertrag war die Einführung der
Mietpreisbremse vereinbart. Änderungen in Bezug auf die Staffelmiete
waren nicht vorgesehen. Vermieter hätten daher mit einer Staffelmiete
die Mietpreisbremse "abfedern" können. Der aktuelle Gesetzesentwurf
sieht jedoch vor, dass zukünftig jede einzelne Staffel der
Mietpreisbremse unterliegt. Staffelmietvereinbarungen, die nach
Inkrafttreten der Mietpreisbremse abgeschlossen werden, unterliegen
damit vollständig der Mietpreisbremse. Für Mietverträge und
Staffelmietvereinbarungen, die vor Inkrafttreten der Mietpreisbremse
abgeschlossen werden, gilt die Mietpreisbremse nicht.
Indexmietvereinbarungen, bei denen Mieterhöhungen abhängig sind vom
Preisindex für die Lebenshaltungskosten des Statistischen
Bundesamtes, sollen nach aktuellem Stand auch zukünftig unverändert
möglich sein."
Deshalb werden Vermieter noch genauer darauf achten, nur an
zahlungskräftige Mieter zu vermieten, um Mietausfälle zu vermeiden
(ca. 48 Prozent Zustimmung). Rund jeder zehnte Vermieter wird
versuchen, entgangene Mieteinnahmen auf anderem Wege zu erhalten, zum
Beispiel durch Forderung einer Abstandzahlung für Einbauküchen oder
anderes Inventar. Besonders drastisch: Knapp jeder zehnte will
aufgrund der Mietpreisbremse künftig gar nicht mehr vermieten und die
Wohnung lieber gewinnbringend verkaufen.
Vermieters Liebling: kinderlose Paare und Rentner mit hohem
Einkommen
Nach welchen Kriterien vergeben Vermieter eine Immobilie, wenn sie
grundsätzlich mehrere Interessenten zur Auswahl haben? Ganz klar: Für
die meisten Vermieter zählt bei der Auswahl in erster Linie das
Einkommen. Alleinerziehende oder Geringverdiener haben kaum eine
Chance, eine Wohnung in begehrter Lage zu bekommen. Mehr als zwei
Drittel der Vermieter (67 Prozent) wählen den Mieter mit dem höchsten
Einkommen. Nur etwa jeder Fünfte sagt, er würde nach Sympathie
entscheiden.
Weitere Kriterien bei der Mieterauswahl sind eine positive
Schufa-Auskunft (43 Prozent) sowie die Integration in die
Hausgemeinschaft (37 Prozent).
Fragt man Vermieter nach der bevorzugten Konstellation von
Mietern, so haben Paare ohne Kinder ganz klar den Vorrang. 39 Prozent
der Vermieter bevorzugen diese Konstellation, gefolgt von Rentnern
oder Singles (jeweils 29 Prozent). Am unbeliebtesten sind Familien
mit Kindern (16 Prozent), Alleinerziehende (4 Prozent) sowie WGs (3
Prozent).
Mietpreisbremse wirkungslos, wenn nur Besserverdiener davon
profitieren
Diese Ergebnisse belegen, dass sich Vermieter eher für einen
DINK-Haushalt (double income, no kids) entscheiden, als für die
alleinerziehende Geringverdienerin. Demzufolge wird der gut gemeinte
Mietendeckel in den Hot-Spots nur die Mieten von Besserverdienern
subventionieren. Haushalte mit geringen Einkommen werden davon nicht
profitieren, weil sie gar nicht erst zum Zug kommen.
Die ausführlichen Ergebnisse zur Umfrage können unter
presse@immobilienscout24.de angefragt werden.
Pressemitteilungen als RSS-Feed abonnieren:
http://www.immobilienscout24.de/news/rss-feed/pm
Presseservice auf der Website: http://www.immobilienscout24.de/presse
Pressekontakt:
Katja Hemme
Immobilien Scout GmbH
Fon 030 / 24 301 - 12 83
E-Mail: presse@immobilienscout24.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.04.2014 - 10:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1047253
Anzahl Zeichen: 4906
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 212 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umfrage belegt: Vermieter werden ihre gesetzlichen Möglichkeiten zur Mieterhöhung nutzen, um Mietpreisbremse abzufedern"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ImmobilienScout 24 (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von ImmobilienScout 24
stern-RTL-Wahltrend: Deutsche bleiben ihrer Partei treu - Ungewöhnliche Stabilität seit der Bundestagswahl ...
Die Bundesbürger sind bei der Wahl ihrer bevorzugten Partei derzeit außergewöhnlich stabil. Im stern-RTL-Wahltrend fällt die Union im Vergleich zur Vorwoche zwar um 1 Punkt auf 41 Prozent. Sie liegt damit aber weiter über der 40-Prozent-Marke, die sie seit der Bundestagswahl im September nic
Badische Zeitung: Panzer für Saudi-Arabien / Es braucht eine Kurskorrektur Kommentar von Annemarie Rösch ...
In Saudi-Arabien sind die Militärausgaben im vergangenen Jahr um 14 Prozent gestiegen. Jetzt will die Führung erneut deutsche Leopard-Panzer bestellen. Dies führt klar vor Augen, dass das Land eine Vormachtstellung in der Region erlangen möchte. (...) Menschenrechte sind ihm egal. Vor d
Weser-Kurier: ZurÄrzteversorgung schreibt Hans Ettemeyer im "Weser-Kurier" (Bremen) vom 15. April 2014: ...
Da staunt der Patient, der zehn Monate und länger auf einen Augenarzt-Termin wartet und 20 und mehr Kilometer bis zum Hausarzt fahren muss: Es gab in Deutschland noch nie so viele Mediziner wie heute. Die ärztliche Versorgung müsste doch da für alle optimal sein. Schön wär's. Die von d
RNZ: "Marionette?" - Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zu CDU/Generalsekretärin ...
Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) kommentiert die Ernennung der Landtagsabgeordneten Katrin Schütz zur Generalsekretärin der Südwest-CDU: "Eine Frau in ein Spitzenamt zu heben, ist ein wichtiger Schritt für die Südwest-CDU. Allen bisherigen Initiativen zum Trotz: Die Partei kra




