Südwest Presse: Kommentar zum Ethikunterricht
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Stellung der Religionsgemeinschaften in unserer Gesellschaft
hinterfragt. Kann angesichts der rückläufigen Kirchenbindung an der
grundgesetzlich hervorgehobenen Stellung der Kirchen festgehalten
werden? Ja, sagte gestern das Bundesverwaltungsgericht und erteilte
einer Mutter, die in Baden-Württemberg verpflichtenden
Ethikunterricht ab der Grundschule einforderte, eine Abfuhr. Das
Urteil setzt noch keinen Schlusspunkt unter die Debatte. Das
Bundesverfassungsgericht wird wohl entscheiden müssen. Doch die
Landesregierung kann aufatmen. Neue Ausgaben im Bildungsbereich
werden ihr zunächst nicht aufgezwungen. Die im Bildungsplan bereits
angedachte Ausweitung des Ethikunterrichts kann Schritt für Schritt
umgesetzt werden. Doch sind nicht Kinder die Leidtragenden, weil
ihnen Ethikerziehung vorenthalten wird? Das ist nicht zwingend - auch
wenn ein Werteunterricht für alle von der ersten Klasse an
wünschenswert wäre. Der Religionsunterricht ist keine reine
Glaubenslehre mehr. Über die Prägung dieser Gesellschaft wird dort
ebenso gesprochen wie über spannende Fragen zum Sinn des Lebens und
Sterbens. Warum sollte sich da ein konfessionsloser junger Mensch
nicht einbringen können? Von unterschiedlichen Standpunkten
profitieren alle. Das setzt aber Beweglichkeit voraus, auf allen
Seiten, auch auf der der Eltern.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 16.04.2014 - 19:52 Uhr
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