Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu G8 oder G9
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normalerweise keine Politik machen. Schon gar nicht, wenn es um das
Thema geht, das in Familien den Alltag bestimmt. Mit Schulpolitik
lassen sich keine Wahlen gewinnen - aber verlieren.
Das weiß auch Sylvia Löhrmann. Deswegen wollte die Schulministerin
den Beteiligten und Betroffenen in Sachen G8 gestern den Puls fühlen
und horchen, ob das Turbo-Abi an Gymnasien funktioniert. Unter dem
Strich sind die Erfahrungen, vor allem von Eltern und ihren Kindern,
eher schlecht. Der Druck auf die Jugendlichen hat spürbar zugenommen
- und sie bringen den Druck mit nach Hause. Das ist der Hauptgrund
dafür, dass Niedersachsen zum Abitur nach neun Jahren zurückkehrt und
Hessen es den Gymnasien freistellt, sich auf G8 oder G9 festzulegen.
Ärgerlich sind die Einlassungen des Geschäftsführers der IHK
Nordrhein-Westfalen. Einerseits kritisiert die Wirtschaft, dass die
deutschen Schulabgänger (trotz Wegfall der Wehrpflicht) beim Einstieg
ins Berufsleben zu alt seien. Andererseits bemängeln Handwerk, Handel
und Hochschulen, dass viele Schüler weder studierfähig noch
ausbildungsreif seien. Ja, was denn nun?
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Andreas Kolesch
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Datum: 05.05.2014 - 20:30 Uhr
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