Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagnerüber Islamismus in Afrika
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Konflikt in der Ukraine ließ uns kurz vergessen, was weltweit Frieden
und Fortschritt bedroht: der militante Islamismus. Diese Gefahr
nehmen wir immer nur wahr, wenn Gruppen wie Al-Kaida, ISIS oder jetzt
Boko Haram wieder einmal besonders brutal zuschlagen. Und Interesse
wie Entsetzen nehmen mit wachsender Entfernung ab: Schon die
täglichen Schlächtereien in Syrien berühren kaum noch. Afrika wird
fast völlig ausgeblendet. Da muss es schon ganz besonders übel
kommen: wenn die Hardcore-Muslime in Mali das Weltkulturerbe Timbuktu
kleinhacken oder wenn sie damit drohen, entführte Mädchen zu
Hunderten als Sklavinnen zu verkaufen - wie jetzt in Nigeria. Nein,
das ist kein Kampf der Kulturen - das ist Barbarei gegen
Zivilisation. Boko Haram, der Name der nigerianischen Terror-Truppe,
bedeutet sinngemäß "westliche Bildung ist Sünde". Eigentlich muss man
das "westlich" durch "weiblich" ersetzen. Denn darum geht es: eine
Hälfte der Menschheit künstlich in Unbildung und damit in totaler
Abhängigkeit zu halten. Dabei weiß jeder Entwicklungshelfer, dass es
oft gerade auf die Frauen beim Weg aus Armut und Elend ankommt. Was
fehlt, ist eine globale Strategie gegen jene, die in die andere
Richtung marschieren wollen.
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Datum: 06.05.2014 - 21:19 Uhr
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