Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zur Zuwanderung nach Deutschland
ID: 1062030
anti-deutschen Klischees Wahlkampf gemacht.
Wirtschaftswissenschaftler geißeln das Ungleichgewicht in unserer
Außenhandelsbilanz. Politikberater finden, dass Deutschland zu wenig
weltpolitische Verantwortung übernehme. Jeden Abend knallen auf
unzähligen TV-Kanälen rund um den Globus die SS-Stiefel in einer
medialen Endlosschleife. Aber wir sind gerade Vize-Weltmeister
geworden, ausgerechnet in der Disziplin "Einwanderung"! Verrückte
Welt? Nicht unbedingt, denn Image und Realität sind natürlich nicht
deckungsgleich. Das sieht man am besten beim unangefochtenen
Einwanderungs-Weltmeister, den USA: mieser Ruf - vor allem bei jenen,
die nie dort waren, aber offenbar immer noch tolle Chancen - für
jene, die sich doch hintrauen. Deutschland ist heute gerade für viele
Ost- und Südeuropäer das, was die USA für deren Vorfahren im 19. und
20. Jahrhundert waren: Ein etwas unheimliches Land, das aber Chancen
bietet, der heimischen Tristesse und Perspektivlosigkeit zu
entkommen. Deutschlands hoch differenzierte Industrie- und
Dienstleistungsgesellschaft sollte sich darüber freuen, denn ihr
Wohlstand ist durch Überalterung bedroht. Nicht zuletzt die aktuelle
Rentendebatte zeigt dies: Wieviel kann eine immer dünner werdende
Schicht von Erwerbstätigen noch schultern? Unsere Sozialsysteme
brauchen dringend eine Frischblut-Transfusion, zum Glück wird schon
kräftig gepumpt. Die Angst vor Zuwanderern, die genau diese Systeme
nur aussaugen wollen, ist irrational. Selbst innerhalb einer EU, in
der nun völlige Freizügigkeit herrscht, werden unsere entsprechenden
Sperrmechnismen funktionieren - der gestrige Antrag des
Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof spricht jedenfalls
dafür. Von Einzelfällen abgesehen zahlen die Migranten weit mehr ein,
als sie in Anspruch nehmen, da die allermeisten gut ausgebildet sind
und schnell Arbeit finden. Deutschland tut gut daran, sie dabei nach
Kräften - etwa durch Sprachkurse - zu unterstützen: Es ist eine
Investition in die eigene Zukunft. Auch Spanien und Italien liegen
bei der Einwanderung weit vorne - aber nur, weil hier die meist kaum
ausgebildeten Armuts- und Kriegsflüchtlinge aus Afrika ankommen. Es
klingt unmenschlich, ist aber nicht zu leugnen: Europas Süden
verliert "Humankapital" und bekommt neue Bürden. Die
inner-europäische Zuwanderung von Qualifizierten wird damit
Deutschlands Übergewicht in der EU noch einmal verstärken. Ja, da
droht der nächste Image-Schaden, aber der ist durch
verantwortungsvolle Politik zu beheben.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.05.2014 - 22:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1062030
Anzahl Zeichen: 2987
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 197 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zur Zuwanderung nach Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Weser-Kurier: Kommentar von Silke Looden zum Urteil im Sprossenprozess ...
Deutlicher hätte das Urteil im sogenannten Sprossenprozess nicht sein können. Klar gab das Braunschweiger Landgericht den Interessen der Verbraucher Vorrang vor denen der Wirtschaft. Gut so! Schließlich kann das Bundesamt für Verbraucherschutz bei einer Epidemie wie im Falle des EHEC-Ausbruc
BERLINER MORGENPOST: Klare Versäumnisse/ Ein Leitartikel von Ulrich Kraetzer ...
Manchmal ist es besser, nichts zu sagen - oder zumindest nichts, was noch nicht eindeutig feststeht. Thomas Heilmann sollte das jetzt begriffen haben. Am Montag hatte der Berliner Justizsenator den abenteuerlichen Ausbruch eines mutmaßlichen Mörders und eines Betrügers aus der Justizvollzugsans
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Katia Meyer-Tien zu München/Koalition ...
Nein, die Welt wird nicht untergehen, weil in München jetzt eine große Koalition regiert. Die großen Konflikte in den vergangenen Jahren verliefen schon längst nicht mehr nur entlang der Parteilinien, sondern auch quer durch die rot-grüne Rathauskoalition: Flughafenausbau, zweite Stammstrec
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Fritz Winter zu Autobahnen/Bayern/Schäden ...
Wenn man sich die Liste der aktuellen Projekte anschaut, wird deutlich, dass sich die Autobahndirektion Südbayern vor Arbeit gar nicht mehr retten kann. Marode Brücken müssen saniert oder neu gebaut werden, Tunnel sind nachzurüsten, überlastete Autobahnen müssen ausgebaut werden. Drängend




