Mitteldeutsche Zeitung: Schulen
Kultusminister: 30 statt 60 Grundschulen vor dem Aus
ID: 1066463
Grundschulen geschlossen als zunächst erwartet. Kultusminister
Stephan Dorgerloh (SPD) rechnet "am Ende mit vielleicht 40 Schulen",
die bis 2017 schließen müssen. Das berichtet die in Halle
erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Samstagausgabe). Fest stehe: Zum
Ende dieses Schuljahres werden 30 Grundschulen abgewickelt. Zu Beginn
der Schließungs-Debatte vor zwei Jahren hatte Dorgerloh selbst noch
60 Schulen auf der Kippe gesehen. Das Bürgerbündnis "Schule vor Ort"
ging bislang sogar davon aus, dass bis zu 160 Grundschulen bedroht
sind, wenn die Vorgaben des Landes greifen: Danach müssen
Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr mindestens 60 Schüler haben,
in dünn besiedelten Regionen dürfen es auch 52 sein. Im vergangenen
Jahr erfüllten 75 Grundschulen die aktuellen Vorgaben nicht. Dass
jetzt nur 30 Schulen schließen müssen, geht auf die Schulplanung der
Kreise zurück. Die haben laut Dorgerloh genutzt, unter anderem mit
neuen Einzugsbereichen die Schüler entsprechend auf die Schulen zu
verteilen. So erreichen mehr Schulen die Mindestschülerzahl. Offen
ist, ob nun die Schulwege länger werden. "In der Regel dauert der
Schulweg nicht länger als 45 Minuten", sagte Dorgerloh dem Blatt. Der
Schülerverkehr werde jetzt aber von Verkehrsminister Thomas Webel
(CDU) überprüft. Zu der Frage, ob eine weitere Schließungswelle
droht, wenn die Mindestzahl der Schüler im Schuljahr 2017/18 auf 80
angehoben wird, äußerte sich der Minister nicht. Nach der
monatelangen hitzigen Debatte um die Schulschließungen zeigte sich
Dorgerloh insgesamt zufrieden. "Der Anteil kleiner Schulen im Land
ist auch künftig unglaublich hoch, das ist aber auch okay so", sagte
er. Die Zahl der Schließungen sei "vernünftig und akzeptabel, nicht
überzogen, aber auch nicht zu nachsichtig".
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Datum: 31.05.2014 - 02:00 Uhr
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