NABU-Aktionstage gegen anhaltenden Verlust der Landschaft (zum 20. Juni)
ID: 1073811
was einer Fläche von 104 Fußballfeldern entspricht. Auf das Jahr
gerechnet kommt dies etwa einer Größe der Stadt Frankfurt am Main
gleich. Um auf den anhaltend hohen Landschaftsverbrauch aufmerksam zu
machen, ruft der NABU jährlich zu Aktionen rund um den
"30-Hektar-Tag" auf. Er zeigt den Tag an, an dem die Fläche komplett
verbaut ist, die laut 30-Hektar-Ziel für das ganze Jahr zur Verfügung
stünde.
Die Bundesregierung hatte sich das Ziel gesetzt, den
Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen - und
dies im aktuellen Koalitionsvertrag noch einmal bekräftigt. Wären die
Pläne Realität, müssten in diesem Jahr bereits am 20. Juni die Bagger
still stehen. "Die Bevölkerung nimmt ab, aber wir bauen fleißig
weiter. Mit jedem Hektar verbauter Landschaft werden dabei natürliche
Lebensräume geraubt und biologische Vielfalt geht verloren. Darunter
leidet auch die Lebensqualität der Menschen", sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Durch die Ausbreitung von Siedlungen und Verkehrsflächen schwinden
Erholungsräume; der Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen
wird immer weiter. Auch wichtige Funktionen der Landschaft, wie der
Wasserrückhalt in der Fläche, werden durch Überbauung und Verdichtung
des Bodens stark eingeschränkt. So steigt bei Städten und Kommunen in
Flussregionen das Hochwasserrisiko.
Mit bundesweiten Aktionen macht der NABU gemeinsam mit Städten und
Gemeinden klar: Das Maß ist voll. In vielen Kommunen gibt es leer
stehende Häuser und Baulücken. Statt weitere Neubaugebiete zu
schaffen, sollten diese Reserven sinnvoll genutzt werden, um
Naturflächen in der freien Landschaft zu erhalten. "Gemeinden,
Landkreise und kommunale Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet
engagieren sich gemeinsam mit dem NABU und machen mit verschiedenen
Veranstaltungen auf Möglichkeiten zum Flächensparen in den Kommunen
aufmerksam", so NABU-Flächenexperte Jonas Daldrup.
Mit Filmvorführungen, öffentlichen Kartierungen von Leerständen
und einer zeitweisen Belebung von Baulücken zeigen diese Vorreiter,
was vor Ort möglich ist. Zum Schutz der Landschaft haben einige
Kommunen bereits vor Jahrzehnten beschlossen, keine weiteren
Neubaugebiete mehr auszuweisen.
"Die Artenvielfalt geht dramatisch zurück. Deswegen ist jeder
weitere Hektar Landschaftsverbrauch ein Hektar zu viel. Im Grunde
kann das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung nur ein Meilenstein auf
dem Weg zum 'Null-Hektar-Ziel' sein", so NABU-Bundesgeschäftsführer
Miller.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
Jonas Daldrup, NABU-Experte Flächenverbrauch, Tel. 030-284984-1178
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Annika Natus, Iris Barthel, Nele
Rissmann
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Datum: 18.06.2014 - 11:26 Uhr
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