Allg. Zeitung Mainz: Nichts in Ordnung / Kommentar von Alexandra Eisen zur Gesundheitsstudie
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Prozent der 11- bis 17-Jährigen rauchen, während es zwischen 2003 und
2006 noch 20 Prozent waren? Oder sind diese zwölf Prozent junger
Raucher immer noch alarmierend? Das Beispiel zeigt: Es gibt immer
zwei Möglichkeiten, die einzelnen Ergebnisse der Gesundheitsstudie
des Robert Koch Instituts (RKI) zu interpretieren, und man könnte
dieses Spiel beliebig fortsetzen. Zum Beispiel beim Thema
Alkoholkonsum oder auch Sportaktivitäten. So manche
Gesundheitspolitiker oder Mediziner, die seit Jahren Untersuchungen
über zunehmend übergewichtige, suchtgefährdete und amotorische Kinder
und Jugendliche zitieren und mehr Engagement für gesundheitliche
Aufklärung und Bildung fordern, werden die KiGGS-Studie wohl
insgeheim verfluchen. Kann dadurch in der breiten Öffentlichkeit doch
der Eindruck entstehen, alles sei doch in bester Ordnung.
Das ist es natürlich nicht. Allenfalls sind wir auf dem Weg zu
einer leichten Verbesserung - wenn man unterstellen möchte, dass die
Befragten im Telefoninterview tatsächlich korrekte Angaben gemacht
haben. Aber wie die Studie richtig feststellt, sind nach wie vor vor
allem Kinder aus sozial und einkommensschwachen Familien
gesundheitlich gefährdet. Armut macht krank - an dieser simplen
Kausalität hat sich bis heute nichts geändert und es sieht aktuell
nicht danach aus, dass betroffene Familien leicht einen Weg aus
dieser Armut finden. Deswegen darf man sich zwar, wenn man möchte,
über manches Ergebnis der RKI-Studie freuen. Es sollte aber niemand
in Versuchung geraten, sich daraufhin bequem zurücklehnen, weil in
Wirklichkeit ja alles nicht so dramatisch ist.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
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Datum: 23.06.2014 - 20:45 Uhr
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