Rheinische Post: Kommentar /
Irakischer Zerfall
= Von Matthias Beermann
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Einheit des Landes wohl erhalten, wenn Premierminister al Maliki
möglichst bald verschwände. Der Mann hat das Kunststück fertig
gebracht, sich nicht nur mit den Minderheiten der Sunniten und der
Kurden, sondern auch mit großen Teilen der eigenen schiitischen
Klientel zu überwerfen. Seinem Versagen ist es vor allem
zuzuschreiben, dass ein paar Tausend zu allem entschlossene
Dschihadisten beinahe kampflos ganze Regionen erobern konnten. Aber
al Maliki macht keine Anstalten zu gehen. Der staatliche Zusammenhalt
des Irak ist bereits derart geschwächt, dass eine Aufteilung immer
wahrscheinlicher wird. Das wäre vielleicht nicht schlimm, wenn sich
dadurch das politische Chaos in der Region nicht noch verstärken
würde. Die Folgen, das sei jenen gesagt, denen der Irak ganz weit weg
scheint, müssten neben den geschundenen Menschen in der Region auch
wir ausbaden: In Form weiter anschwellender Flüchtlingsströme
Richtung Europa, der wachsenden Gefahr von Terroranschlägen und einer
neuen Weltwirtschaftskrise.
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Datum: 23.06.2014 - 20:59 Uhr
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