Allgemeine Zeitung Mainz: Kommentar zu Verbraucherinsolvenzen
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Fenster raus, andere sind beim Umgang mit ihren Finanzen schlicht
überfordert, wieder andere werden von Schicksalsschlägen getroffen
und sind alles andere als schuld an ihren Schulden. Beim Thema
Pleiten gibt es die ganze Bandbreite des prallen Lebens. Manchmal ist
es keine Schande, pleite zu sein, manchmal schon - dann nämlich, wenn
es dem Schuldner wurscht ist, wenn ein Gläubiger, der es vielleicht
auch nicht wirklich "dicke" hat, der Dumme ist und sein Geld nicht
wiedersieht. Eine andere zu beachtende Perspektive ist diese: Nicht
selten machen es große Firmen dem Konsumenten viel zu leicht, sich zu
verschulden, verführen ihn nachgerade, mehr zu kaufen, als er sich
leisten kann. Dass er dann womöglich pleite geht und gar nicht oder
nur einen Teil bezahlt, ist in der Gesamtkalkulation enthalten, das
heißt: Andere Kunden bezahlen den Ausfall letztlich mit. Alles in
allem gesehen ist die Privatinsolvenz ein großes, nachgerade
großherziges Entgegenkommen des Rechtsstaats gegenüber den Schuldnern
und - Kehrseite der Medaille - nicht selten eine harte Nuss für
Gläubiger, die selbst Entgegenkommen nötig hätten. Heißt unter
anderem: Vor allem Privatleute, die anderen ein Darlehen geben und
auf Rückzahlung angewiesen sind, müssen sich absichern, etwa, indem
der Schuldner einen Bürgen stellt. Auch kleine Handelsgeschäfte und
Handwerksbetriebe tragen ein gesteigertes Risiko. Es gäbe weniger
Stress mit Pleiten und Insolvenzen, wenn beim Umgang mit Geld das
Prinzip "Verantwortung" mehr Beachtung fände. Schon Kindern sollte
dieses Prinzip nahegebracht werden; zumindest müssen Elternhaus und
Schule das versuchen.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
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Datum: 30.06.2014 - 20:45 Uhr
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