WESTERWELLE-Interview für ?Bild? (05.08.2009)
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WESTERWELLE-Interview für "Bild" (05.08.2009)
Berlin. Der FDP-Partei- und -Fraktionsvorsitzende DR. GUIDO WESTERWELLE gab der "Bild" (Mittwoch-Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellten HANNO KAUTZ und JAN W. SCHÄFER:
Frage: Herr Westerwelle, SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier verspricht vier Millionen Arbeitsplätze in 10 Jahren - ist das machbar?
WESTERWELLE: Es ist gut, ehrgeizige Ziele zu formulieren. Aber ein Plan ersetzt keine Arbeit.
Frage: Das klingt, als hätten Sie Angst vor dem Deutschland-Plan Steinmeiers!
WESTERWELLE: Der Deutschland-Plan ist doch eine einzige Selbstanklage des SPD-Kanzlerkandidaten. Herr Steinmeier schreibt auf, was die SPD in den letzten elf Jahren an der Regierung nicht geschafft hat. Jetzt müssen mal andere ran. Wir.
Frage: Warum sollte der Wähler SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier weniger glauben als ihnen? Schließlich geizen auch sie nicht mit Versprechungen ? Steuerentlastung trotz Rekordschulden...
WESTERWELLE: Es wird kein Jobwunder geben, wenn Steuern und Abgaben so hoch bleiben wie jetzt. Deutschland wird erst dann wieder ein Wirtschaftswunder erleben, wenn Bürger und Unternehmen spürbar entlastet werden. Wenn Arbeit sich wieder lohnt. Faire Steuern bringen Wachstum, Wachstum bringt Arbeit, und neue Arbeitsplätze sorgen für gesunde Staatsfinanzen.
Frage: Dass sie das durchsetzen, glaubt ihnen nicht einmal ihr künftiger Koalitionspartner. CSU-Chef Seehofer wirft ihnen vor, mit ihren Steuerplänen "völlig die Bodenhaftung verloren zu haben.?
WESTERWELLE: Anstatt sich mit dem drohenden Linksbündnis auseinanderzusetzen, attackiert der CSU-Chef die FDP, mit der er in Bayern schon jetzt zusammenarbeitet und im Bund künftig koalieren will. Horst Seehofer schießt aufs falsche Tor. Solche Attacken gefährden die guten Aussichten auf eine schwarz-gelbe Mehrheit.
Frage: Wie soll das eigentlich eine Koalition werden, wenn es schon vor der Wahl so heftig zwischen FDP und CSU kracht?
WESTERWELLE: Ich werbe für eine starke FDP. Gemeinsam mit der Union haben wir jetzt die Chance, nach der Wahl eine Regierung der Mitte zu bilden. Ich appelliere an den CSU-Chef, die Attacken einzustellen und zur Sacharbeit zurückzukehren. Deutschland braucht wieder klare Verhältnisse.
Frage: Die CSU attackiert die FDP ? kommt für Sie denn ein Bündnis mit SPD und Grünen in Frage?
WESTERWELLE: Ich setze auf Schwarz-Gelb ohne Wenn und Aber. Ein Bündnis mit SPD und Grünen halte ich für ausgeschlossen. Dafür sind die Programme viel zu unterschiedlich.
Frage: Der Waffenschieber Schreiber ist seit vorgestern wieder in Deutschland. Verhagelt das der FDP die Wahl?
WESTERWELLE: Es sollte sich für demokratische Parteien verbieten, mit den Aussagen eines Mannes wie Herrn Schreiber Wahlkampf zu betreiben. Wir machen das jedenfalls nicht.
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Datum: 05.08.2009 - 14:18 Uhr
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