Südwest Presse: Kommentar zu SYRIEN-RÜCKKEHRER
ID: 1082034
wenige deutsche Syrienkämpfer das Schulalter kaum überschritten
haben. Immer mehr fanatisierte junge Menschen ziehen aus, um in
Pakistan oder anderen Ländern das Töten zu lernen. Der bewaffnete
Kampf gegen Andersdenkende und Andersgläubige ist das Ziel. Wenn
diese islamistischen Freizeit-Dschihadisten nach Monaten oder Jahren
überzeugt oder frustriert, in jedem Fall aber verhärtet und
vermutlich weiter fanatisiert aus Kampfgebieten in Syrien oder dem
Irak nach Deutschland zurückkehren, sind sie eine Gefahr - akut oder
latent. Der Anschlag eines auf diese Weise Irregeleiteten auf das
Jüdische Museum in Brüssel mit vier Toten war ein Weckruf für alle
Staaten der EU. Vermutlich zu lange haben sie alle dem Treiben in der
radikalen Salafistenszene abwartend zugesehen. Ein Teil der
EU-Innenminister will nun handeln. Verschärfte Einreisekontrollen und
ein engerer Austausch mit Transitstaaten wie der Türkei sind das
mindeste, das die politisch Verantwortlichen durchsetzen müssen. Die
verstärkte Zusammenarbeit von nur neun EU-Staaten kann jedoch nur ein
Anfang sein. Der Fanatismus einiger weniger Islamisten, der durch die
politischen Konfliktherde laufend neue Nahrung erhält, bedroht das
Zusammenleben und die Werte der gesamten EU. Wer auszieht um zu
Töten, muss wissen, dass dies kein Abenteuer- oder
Selbsterfahrungstrip ist, sondern eine Entscheidung gegen die hiesige
Gesellschaft und das friedliche Miteinander ganz unterschiedlicher
Menschen. Deshalb soll er künftig mit harten Konsequenzen rechnen
müssen - bis hin zu einem Einreiseverbot.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 08.07.2014 - 19:30 Uhr
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