WAZ: Pflege auch mit Kopftuch. Kommentar von Lutz Heuken
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harter Beruf. Dass gut ausgebildete Schwestern im Verhältnis zu den
Ärzten viel zu wenig verdienen, wird zu recht beklagt. Nicht zuletzt
deswegen ist es schwierig, ausreichend Nachwuchs für den Beruf zu
finden. Vor diesem Hintergrund ist es befremdlich, wenn ein
katholisch geführtes Krankenhaus in Dortmund eine allseits anerkannte
muslimische Schwester nur deshalb entlässt, weil sie Kopftuch trägt.
So lange sie das nicht tat, waren alle mit der Arbeit der
Marokkanerin zufrieden. Das Kopftuch macht die Muslimin für die
katholische Klinik also plötzlich untragbar? In Zeiten, in denen die
Religion gerade in unseren Metropolen eine immer kleinere Rolle
spielt, erscheint der Machtanspruch der Kirchen am Krankenbett
jedenfalls völlig überholt. Wer in ein Krankenhaus geht, möchte
geheilt werden. Und nicht missioniert. Das gilt für muslimische
Patienten, die von Nonnen betreut werden. Und für christliche
Patienten, die von Musliminnen gepflegt werden. Doch dass die
Dortmunder Krankenschwester plötzlich zur kämpferischen Islamistin
geworden ist, dafür ist das Kopftuch nun wirklich kein ausreichender
Beleg.
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Datum: 08.07.2014 - 19:10 Uhr
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