Westfalenpost: Mehr als eine PR-Aktion / Kommentar von Torsten Berninghaus zum Winterberger Maut-Widerstand
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ab 2016 die Mautgebühren in Form von Gutscheinen und Nachlässen zu
erstatten, ist eine nette PR-Aktion. Und vermutlich ist sie
intelligenter als die plumpe Schwarzmalerei der Simbacher (am Inn),
die an der deutsch-österreichischen Grenze bereits den finanziellen
Ruin einer Region und massenhafte Betriebsschließungen befürchten.
Denn die Maut, so die Argumentation, würde dazu führen, dass die
Ausländer nicht mehr zum Einkaufen, Arbeiten oder Urlaubmachen über
die Grenze kämen. Diese Befürchtungen sind maßlos übertrieben.
Allerdings zeigen Simbach und Winterberg eines: nämlich, dass
ländliche Gebiete stärker getroffen werden von den Plänen des
Verkehrsministers als Metropolen. Wer nach Berlin oder Hamburg reist,
kann problemlos auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. Im Sauer-
und Siegerland ist das vergleichsweise schwierig. Und deshalb sind
die Einwendungen aus Winterberg und Simbach sehr wohl eine Überlegung
wert. Sie werfen nämlich die Frage auf, ob ausländische Fahrzeuge
unsere Autobahnen und Landstraßen tatsächlich über Gebühr belasten.
Oder ob die Fahrer dieser Autos möglicherweise auf dem Weg nach
Deutschland sind, um hier Geld auszugeben. Die Zweifel an der
Sinnhaftigkeit dieser Maut steigen jedenfalls täglich.
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Datum: 11.07.2014 - 19:58 Uhr
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