Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Lahms Rücktritt aus dem DFB-Team
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das Brötchen aus der Hand fiel, als ihm Philipp Lahm seinen geplanten
Rücktritt erläuterte, ist nicht überliefert. Die Begeisterung des
Bundestrainers wird sich aber auf jeden Fall in sehr engen Grenzen
gehalten haben. Lahm war sein wichtigster Spieler, sein erster
Ansprechpartner auch in Taktikfragen und sein verlängerter Arm auf
dem Spielfeld - da entsteht eine große Lücke.
Womöglich intensiviert der Trainer nun doch noch mal seine
Gedanken bezüglich der Frage, ob er weitermacht. Ja, er habe noch
Vertrag bis 2016 (mit Ausstiegsklausel übrigens), aber er müsse mal
mit dem DFB-Präsidenten reden, sagte Löw. Die Chefs gehen davon aus,
dass er weitermacht. Die Zeichen deuteten darauf hin, aber Lahms
Rücktritt reißt auch sportlich eine riesengroße Lücke. Auf den
Außenverteidigerpositionen ist Deutschland nicht gerade mit einer
Fülle an Weltklassespielern gesegnet. Löw könnte seine neue
Motivation aber daraus ziehen, nun ohne Lahm eine Mannschaft zu
formen, die den gerade erst errungenen Stempel »bestes Team der Welt«
verteidigt. Das wird schwer genug.
Lahm selbst ist nicht als Bauchmensch bekannt, sein Entschluss
reifte über längere Zeit und ist wohl überlegt - unabhängig vom
WM-Sieg. Nach zehn Jahren hat sich für ihn der Kreis beim DFB
geschlossen, er geht auf dem Höhepunkt. Mehr als Weltmeister geht
eben nicht. Und auch am anscheinend immer fitten Münchener gehen zehn
Jahre auf allerhöchstem Niveau nicht spurlos vorbei. Auf jeden Fall
verdient Lahm Respekt: für seine Leistung, aber auch für seine
Entscheidung.
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Datum: 18.07.2014 - 20:30 Uhr
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