Fischmanufaktur mit Verbindung zum Walfang /
Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Walskulptur bei "Deutsche See"
ID: 1091406
Morgen 15 Greenpeace-Aktivisten an der Firmenzentrale der
Fischmanufaktur "Deutsche See". Die Umweltschützer haben eine
stählerne Walskulptur mit der Aufschrift "Save the whales" vor dem
Gebäude aufgebaut und informieren die Mitarbeiter. Das Kunstwerk ist
vier Meter hoch, 2,5 Meter breit und wiegt 8,7 Tonnen. Anlass für den
Protest sind die Verbindungen von Deutsche See zum isländischen
Walfang: Der größte deutsche Fischimporteur bezieht Fisch von dem
isländischen Fischereiunternehmen "HB Grandi hf", das personell und
über Kapitalanteile mit der Walfangfirma "Hvalur hf" verknüpft ist.
(http://www.greenpeace.de/walfang)
"Deutsche See hat 2010 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten
- und finanziert gleichzeitig den isländischen Walfang mit. Das passt
nicht zusammen!", sagt Dr. Sandra Schöttner, Meeresexpertin bei
Greenpeace. In den Hallen von HB Grandi hf werden zum Beispiel die
von Hvalur hf getöteten Finnwale zerlegt und für den Export
vorbereitet. "Wir fordern Deutsche See auf, die Verträge zu HB Grandi
hf umgehend einzufrieren und sich für ein Ende der Waljagd
einzusetzen", sagt Schöttner.
Deutsche See kofinanziert isländischen Walfang
Greenpeace hat Deutsche See in den letzten Jahren wiederholt das
Geflecht der isländischen Fischfirmen rund um Walfänger Kristján
Loftsson aufgezeigt (http://gpurl.de/UEoQD). Loftsson ist nicht nur
Geschäftsführer der Walfangfirma Hvalur hf. Er steuert als
Aufsichtsratsvorsitzender auch die Geschäfte der Fischereifirma HB
Grandi hf, die direkt an Deutsche See liefert. Über Hvalur hf und ein
Geflecht an Zwischenfirmen hält der Chefwalfänger zudem einen
Hauptanteil an HB Grandi hf. Deutsche See gilt als ein Hauptkunde
von HB Grandi hf und importiert zum Beispiel Rotbarsch. Die
Fischprodukte landen über die großen Supermärkte sowie über
Kantinen, Restaurants und Catering-Services auf den Tellern deutscher
Verbraucher.
In der laufenden Fangsaison stehen in Island 154 bedrohte Finnwale
auf der Abschussliste. Neben Japan und Norwegen ist Island das
einzige Land, das noch Wale fängt und verkauft. Trotz Mitgliedschaft
in der Internationalen Walfangkommission sieht sich das Land nicht an
das kommerzielle Walfangverbot gebunden. Grund ist ein juristisch
fragwürdiger Vorbehalt. Zudem verstößt die Walfangfirma Loftssons
gegen das internationale Handelsverbot für Walprodukte durch die
Washingtoner Artenschutzkonvention CITES. Das Fleisch der Finnwale
ist in Island selbst unverkäuflich. Es wird ausschließlich nach Japan
exportiert, wo es ebenfalls kaum Absatz findet. Greenpeace deckte
2013 den Transport von Finnwalfleisch über den Hamburger Hafen auf.
Mit Unterstützung zehntausender Walschützer bewirkte der Protest,
dass das Fleisch zurück zum Absender geschickt wurde.
Achtung Redaktionen: Am morgigen Samstag werden
Greenpeace-Ehrenamtliche Verbraucher in über zwanzig deutschen
Städten über die Geschäftsbeziehungen von Deutsche See informieren.
Für Rückfragen erreichen Sie Dr. Sandra Schöttner, Tel. 0151-
56904445, oder Pressesprecherin Michelle Bayona, Tel. 0171-8780830.
Fotos unter Tel. 040-30618377, Video unter http://bit.ly/1s6sqH2 und
Tel. 0175-5891718. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340,
Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet:
www.greenpeace.de, auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf
Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.
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Datum: 01.08.2014 - 08:34 Uhr
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