Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Phänomen Eiswasserdusche - Pro und Kontra zur

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Phänomen Eiswasserdusche - Pro und Kontra zur "Ice Bucket Challenge"

ID: 1099577
(ots) - PRO:

Eimerweise Gutes tun die Menschen im Internet. Millionen begegnen
einer tödlich verlaufenden Krankheit mit Eiswasser und einem Lächeln
- und das ist genau richtig. Der ein oder andere mag diesen spaßigen
Umgang mit Krankheit und Spende als unangebracht und albern
empfinden. Betroffene und ALS-Einrichtungen dagegen sind froh über
die große Aufmerksamkeit und Gelder für eine bislang zu wenig
beachtete Erkrankung. »Die Challenge ist verrückt, aber sehr
hilfreich. Und alles, was hilft, ist gut«, sagt Horst Ganter, Chef
der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke. Die Macht der Bilder ist
immens. Die Spenden steigen. Die Challenge hat ihr Ziel in kürzester
Zeit übererfüllt. Kritiker werfen vielen Eimer-Gießern dennoch
Selbstdarstellung vor. Was für den Einzelfall gelten könnte, wäre für
die Masse zu pauschal betrachtet. Es ist eine Ich-Kultur für den
guten Zweck, die hilft und die Unterstützung verdient. Ich mache mich
nass, ich spende (im besten Fall) und ich helfe so bei der Beachtung
für und dem Kampf gegen eine schwere Krankheit.

KONTRA:

Keine Diskussion: Jeder Mensch, der von der Geißel einer Krankheit
befreit werden kann, ist jede noch so abstruse Aktion wert. Und sei
es die »Ice Bucket Challenge«. Wenn so viel Geld gespendet werden
sollte, dass die Forschung die Ursache von ALS herausfinden und
bekämpfen kann, dann hat die Aktion ihren gut gemeinten Zweck
übererfüllt. Doch drängt sich nach zwei Wochen Hysterie der Eindruck
auf, dass der gute Zweck der Selfie-Generation nur noch als Vorwand
dient, um Filme von sich im Internet zu verbreiten - und
Aufmerksamkeit im Zuge eines globalen Trends zu bekommen. Die »Ice
Bucket Challenge« ist als virales Internet-Phänomen am ehesten mit
den Tanzvideos »Gangnam Style« und »Harlem Shake« zu vergleichen.


Schauspieler oder private Selbstdarsteller wollen Teil des weltweiten
Hypes sein. Den meisten von ihnen geht es nur um sich und nicht um
ALS. Wer für die Erforschung der Krankheit spenden möchte, der kann
dies tun, ohne sich vorher einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu
schütten.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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Datum: 25.08.2014 - 21:00 Uhr
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Bielefeld



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Kunst und Kultur



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