Deutsches Kinderhilfswerk: Gesunde Entwicklungsbedingungen von Kindern fördern
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und Kommunen auf, stärker als bisher gesunde Entwicklungsbedingungen
von Kindern im öffentlichen Raum zu fördern. "Mittlerweile weisen
verschiedene Erhebungen darauf hin, dass wir rund einem Viertel der
Kinder gesunde Entwicklungsbedingungen im öffentlichen Raum
vorenthalten. Diese Kinder haben gleichzeitig kaum eine Chance, die
Defizite auszugleichen, auch nicht in der Schule. Im Gegenteil, dort
werden die benachteiligten Kinder weiter abgehängt. Dabei ist der
öffentliche Raum der Ort, auf den Politik unmittelbar Einfluss nehmen
kann. Es ist also an der Zeit, durch eine stärker auf Kinder bezogene
Politik eine kinderfreundlichere Gesellschaft zu schaffen", betont
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen
Kinderhilfswerkes.
Beispielsweise wirken sich eine kinderfreundliche Stadtplanung und
die Möglichkeiten zum selbstbestimmten Spielen maßgeblich auf die
Lebensqualität und Entwicklungschancen von Kindern aus. In Gebieten
mit schlechter Wohnumfeldqualität kommt es bei vielen Kindern zu
einer sozialen Entwicklungsverzögerung. Das stellt die Kinderstudie
"Raum für Kinderspiel!" fest, die das Deutsche Kinderhilfswerk
gemeinsam mit fünf baden-württembergischen Städten durchgeführt hat.
Während Kinder aus sehr kinderfreundlichen Stadtteilen täglich
durchschnittlich fast zwei Stunden alleine ohne Aufsicht draußen
spielen, verbringen Kinder unter sehr schlechten Bedingungen nur eine
Viertelstunde damit. Im Vergleich zu Kindern aus sehr
kinderfreundlichen Stadtteilen haben sie deshalb weniger soziale
Erfahrungen mit Gleichaltrigen, einen deutlich höheren Medienkonsum
und nutzen seltener organisierte Freizeit- und Sportangebote in ihrem
Stadtteil. Je ungünstiger die Wohnbedingungen sind, desto häufiger
begründen Eltern fehlende Spielmöglichkeiten im Umfeld der Wohnung
mit Hinweisen auf Gefahren. Das gilt sowohl für die Einschätzung von
Gefahren durch den Straßenverkehr als auch für die Annahmen der
Eltern über soziale Gefahren.
Eine bundesweite Online-Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes
zum Weltspieltag, an der sich rund 2.000 Kinder und Jugendliche
beteiligt haben, stellt fest, dass Kinder und Jugendliche in
Deutschland in ihren Spielmöglichkeiten sehr stark eingeschränkt
werden. Rund 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, dass es
Orte gibt, an denen sie nicht spielen dürfen, weil die Eltern
verbieten, dort alleine hinzugehen. Gleichzeitig stufen rund zwei
Drittel die nähere Umgebung der Wohnung als zumindest etwas
gefährlich ein. Außerdem ist die Umgebung ihrer Wohnung für viele
Kinder wenig anregend. Rund ein Viertel empfinden diese als
langweilig oder gaben an, gar nichts machen zu können.
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Datum: 27.08.2014 - 10:50 Uhr
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