Westdeutsche Zeitung: Nur Dienst nach Vorschrift =
von Stefan Vetter
ID: 1100626
Auftrag der Politik schon seit fast einem Jahrzehnt am Für und Wider
der familienbezogenen Leistungen in Deutschland. Die Experten dürften
jeden Euro einzeln umgedreht haben, den der Staat für Kinder,
Ehepaare, Alleinerziehende und Witwen ausgibt. Das Ergebnis liegt nun
in einem Bericht vor - und verschwindet wohl sang- und klanglos in
der Schublade. Schon beim Zwischenfazit 2013 befand die damalige
CDU-Familienministerin Kristina Schröder, dass im Prinzip alles so
bleiben kann. Und im Prinzip plant auch Nachfolgerin Manuela Schwesig
von der SPD nichts anderes. An Erkenntnissen mangelt es nicht, wohl
aber an Konsequenzen. Die Bundesregierung steckt jedes Jahr mehr als
200 Milliarden Euro in die familienpolitischen Leistungen. Doch die
Erfolge sind relativ bescheiden. Beim Kinderkriegen gehören die
Bundesbürger weltweit zu den Schlusslichtern. Und das hat nicht nur
mit gesellschaftlichen Mentalitäten zu tun, sondern auch mit dem zum
Teil wenig effizienten Einsatz der Mittel. Schon aus
verfassungsrechtlichen Gründen wird zum Beispiel das teuere
Ehegattensplitting sicher nicht abzuschaffen sein. Aber es ließe sich
umgestalten und im Ergebnis besser auf Familien mit Kindern
zuschneiden. Doch Manuela Schwesig scheut diese Herkulesaufgabe.
Darüber wolle sie keine ideologische Diskussion führen, gab sie
gestern zu Protokoll. Genau das müsste die Sozialdemokratin aber tun.
Hätte Schwesigs Vorvorgängerin Ursula von der Leyen die gleiche
Haltung an den Tag gelegt, dann wäre das familienpolitisch hoch
gelobte Elterngeld wahrscheinlich immer noch politische Utopie. Auch
hier ging es um die Überwindung ideologischer Scheuklappen, nämlich
eines klassisch konservativen Familienbildes, bei dem der Mann das
Geld heimbringt und die Frau das Kind versorgt. Dafür hatte sich von
der Leyen mit ihrer eigenen CDU angelegt - und gewonnen. Schwesig
dagegen sinnt in der Familienpolitik allenfalls auf ein paar kleine
Reparaturmaßnahmen. Ein bisschen "Elterngeld plus" hier, etwas mehr
Kinderzuschlag dort. Politisches Stückwerk der großen Koalition eben.
Die macht hier nur Dienst nach Vorschrift. Eine mutlose Politik.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.08.2014 - 18:36 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1100626
Anzahl Zeichen: 2579
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 126 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Nur Dienst nach Vorschrift =
von Stefan Vetter"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder) kommentiert die Kriminalität im Netz ...
Mit allen Tricks Ausgeweitet hat sich besonders die digitale Erpressung - wenn also zum Beispiel mit fingierten, angeblich vom Bundeskriminalamt stammenden Meldungen Strafzahlungen von Computernutzern eingefordert werden. In solchen Fällen kann man nur raten: Keinesfalls bezahlen; auch wenn
Frankfurter Rundschau: Kommentar zum Evaluationsbericht zur Familienförderung ...
"Dabei haben alle Parteien das Familienthema als entscheidend nach vorne gestellt. Bedeutend für die Wirtschaft, in Zeiten rückläufiger Bevölkerung und des Fachkräftemangels. Und, als Kollateralnutzen, hilfreich auch für die Parteien auf ihrer verzweifelten Suche nach Mitgliedern und W
Frieser: Gedenktag zeigt Verantwortung für Flüchtlinge ...
Die Bundesregierung hat heute beschlossen den 20. Juni speziell der Opfer von Flucht und Vertreibung zu widmen. Dazu erklärt der innen- und rechtspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Michael Frieser: "Der 20. Juni ist der von den Vereinten Nationen ins Leben
Schön/Weinberg: Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen zeigt Erfolg der Familienpolitik ...
Familienpolitische Maßnahmen werden unterschiedlichen Anforderungen gerecht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat am heutigen Mittwoch den Abschlussbericht der Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Maßnahmen und Leistungen in Deutschland vorgestellt. Dazu erklären die stellve




