Niemand darf Schule ohne Abschluss verlassen
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Niemand darf Schule ohne Abschluss verlassen
Professor Weishaupt hat Recht, wenn er das Schulsystem in Deutschland und die Reaktionen der Politik darauf kritisiert. Wenn so viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen, ist das ein Armutszeugnis für die Politik. Dabei sind die Befunde seit Jahren bekannt. Doch die herrschende Politik hatte in der Vergangenheit und auch bis heute nur halbherzige Hilfsangebote parat, zum Beispiel so genannte zweite und dritte Chancen. Dabei ist die Ursache des beklagenswerten Zustandes, im Strickmuster des genau genommen viergliedrigen Schulsystems aus Hauptschule, Realschule, Gymnasium und einem umfangreichen System von Förderschulen zu suchen. Insbesondere Schulen für Lernbehinderte sind ? ungeachtet der aufopferungsvollen Arbeit von Pädagoginnen und Pädagogen in diesen Schulen ? längst zur vierten Säule des Schulsystems geworden, auf das schwierige Schülerinnen und Schüler abgeschoben werden. Sie haben kaum noch die Chance auf gleichwertige Schulabschlüsse und bleiben so in der Regel ein Leben lang benachteiligt.
DIE LINKE fordert seit langem, den Umbau des gesamten Schulsystems zu einer Gemeinschaftsschule, in der auch wirklich alle Schülerinnen und Schüler lernen können. Unser Ziel ist, dass niemand die Schule ohne Abschluss verlassen darf. Dass ist möglich, wenn der Gedanke einer Gemeinschaftsschule mit einem Umdenken in der Pädagogik verbunden wird, die auf mehr individuelle Förderung setzt und Lehrerinnen und Lehrern dafür auch Zeit und Raum gibt. Dieser Ansatz, der seit Jahren bereits mit dem Begriff "inklusive Pädagogik" erfasst wird, ist in anderen Ländern durchaus schon Realität. Nur in Deutschland kämpft man mit jeder Menge Vorurteile noch immer heftig dagegen an. Das alles geschieht aber auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen, die so ins Abseits gedrängt und dann mit teuren aber wenig nützlichen Hilfeprogrammen abgespeist werden.
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Datum: 17.08.2009 - 11:47 Uhr
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