Naturfreundehaus Grafhorn wird Bildungsstätte - DBU-Kurator Miersch übergab Bewilligung
ID: 1109835
Naturfreunde schmelzen für Eisenzeit dahin: In Lehrte bald
historisch-ökologische Bildung
Haus Grafhorn wird weiterentwickelt - Neue Zielgruppen im Blick -
DBU-Kurator Miersch übergab Bewilligung
Hannover-Lehrte. Die Eisenzeit ist lange her. Von 800 bis 150 vor
Christi Geburt stand die Eisenerz-Verhüttung auch in und um Hannover
hoch im Kurs - und produzierte schon früh erste ökologische Krisen.
Was diese historische Epoche mit der Gegenwart in Sachen nachhaltige
Landwirtschaft, Imkerei und Forstwirtschaft trennt oder verbindet,
wollen die Naturfreunde Lehrte in einem "Miniatur-Freilichtmuseum"
aufzeigen und so ein "differenziertes Nachhaltigkeitsverständnis für
Schüler der Sekundarstufen I und II wie für Jugendgruppen befördern",
betonte heute Matthias Miersch (MdB). Das Kuratoriumsmitglied der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) überreichte Wilfried Helmreich,
Leiter der Ortsgruppe Lehrte der Naturfreunde Deutschlands, ein
Bewilligungsschreiben über 150.000 Euro, mit dem die DBU neben ihrem
Expertenwissen hilft, das Naturfreunde-Haus Grafhorn in Lehrte von
einem Beherbergungsbetrieb zu einer historisch-ökologischen
Bildungsstätte weiterzuentwickeln.
Auslöser für die Idee zu einem "Miniatur-Freilichtmuseum" waren
archäologische Grabungsfunde in der Flur "Grafhorn" gewesen, bei
denen unter anderem zwei eisenzeitliche Gebäude zu Tage getreten
waren und weitere Fundstücke aus der Eisenzeit das Licht der
Gegenwart erblickten, erinnert sich Helmreich. Gemeinsam mit
Fachbehörden, wissenschaftlichen Einrichtungen und dem Landesmuseum
in Hannover sollen die Gebäude sowie ein eisenzeitlicher Nutzgarten
rekonstruiert und in ein neues Umweltbildungskonzept am Standort
integriert werden. Dabei spiele das Einbinden ehrenamtlicher
Naturfreunde-Akteure eine zentrale Rolle, um aus dem
Beherbergungsbetrieb eine historisch-ökologische Bildungsstätte
wachsen zu lassen.
Inhaltlich fokussiere das Vorhaben auf die Entwicklungsstufen
einer nachhaltigen Landnutzung von der Eisenzeit bis heute. Es
sollten entsprechende Angebote für Schüler der Sekundarstufe I und
II, aber auch für andere verbandliche Jugendgruppen sowie für
Tagesgäste realisiert werden und regionale Umweltbildungsakteure aus
Land- und Forstwirtschaft, Imkerei und Umweltbildung eingebunden
werden. Im Rahmen von Exkursionen sollen landwirtschaftliche Flächen,
Wälder, Naturschutzgebiete, aber auch kulturhistorische Fundstätten
aus der Eisenzeit berücksichtigt werden.
Zahlreiche Lernorte und Landschaftsphänomene um die
Bildungseinrichtung, wie Wallhecken, Hudebäume, unterschiedliche
landwirtschaftlich genutzte Areale, Wiesen, Wälder, Brachen, Moore,
Gewässer, Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete, sollen im Rahmen von
Exkursionen programmatisch eingebunden werden. "In zwei
rekonstruierten eisenzeitlichen Gebäuden wollen wir eine
funktionsfähige Schmiede sowie Handwerksräume zum Töpfern, Weben,
Tischlern und Schnitzen einrichten", erklärt Helmreich. Ein
'Eisenzeitgarten' mit typischen Nutzpflanzen dieser Epoche wie Hirse,
Gerste, Weizen, Rüben, Haselnüsse, Kräuter, Flachs/Lein soll
kultiviert werden. Helmreich: "Diese Anschauungsobjekte und
praktischen Lernorte ergänzen wir im Naturfreundehaus durch eine
Dauerausstellung mit ausgewählten Exponaten der Eisenzeit aus der
Region."
Von dem "standörtlichen Alleinstellungsmerkmal" zeigte sich
DBU-Kurator Miersch angetan. "Der menschliche Einfluss auf die Natur,
Veränderungen im Landschaftsbild über die Jahrhunderte sowie Aspekte
der nachhaltigen Landnutzung von der Eisenzeit bis heute können
demonstriert und auf aktuelle Landnutzungsformen sowie deren Einfluss
auf unsere Konsumgewohnheiten und Lebensgrundlagen übertragen werden.
So entsteht ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit. Die Kombination
von historischen Nachbauten von Gebäuden aus der Eisenzeit mit der
Präsentation eisenzeitlicher Artefakte sowie das Einbeziehen von
Außenanlagen mit historisch nachempfundenen Nutzgärten bieten die
einmalige Chance, neue Zielgruppen zu erreichen."
Ansprechpartner:
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Anneliese Grabara
Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon:0541|9633-521
Telefax:0541|9633-198
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www.dbu.de
Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Wilfried Helmreich, Naturfreunde Deutschlands, Verband für
Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, Ortsgruppe Lehrte
e.V.
Telefon: 05175/93150
E-Mail: c.helmreich@grafhorn.de
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Datum: 18.09.2014 - 11:04 Uhr
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