Schwäbische Zeitung: Es darf keine Toleranz geben

Schwäbische Zeitung: Es darf keine Toleranz geben

ID: 1119071
(ots) - Von Goethe stammt die berühmte
Charakterisierung des Biedermanns, der gemütlich sein Gläschen
trinkt, "wenn hinten, weit, in der Türkei die Völker aufeinander
schlagen". Es ist ein zutiefst menschlicher Reflex, nicht belangt,
nicht hineingezogen werden zu wollen in die Probleme und Konflikte
anderer. Und mit der geografischen Entfernung steigt auch die innere
Distanz. Aber falls das Wegducken je ein probates Rezept für
ungestörte Behaglichkeit gewesen sein sollte - im 21. Jahrhundert hat
sich das erledigt. Es gibt kein "hinten, weit, in der Türkei" mehr.
Deutschland ist in mehrfacher Hinsicht tangiert von den grauenhaften
Verbrechen der Islamisten im Irak und in Syrien. Die Straßenkämpfe in
Celle und in Hamburg zwischen Kurden und Jesiden auf der einen Seite
und den Anhängern der Mörderbande vom Islamischen Staat auf der
anderen müssten auch den letzten Zweiflern die Augen geöffnet haben.

Man kann die zögerlichen Reaktionen der zivilisierten Welt auf
Massenmord, Vergewaltigung, Folter und Vertreibung durch den IS
durchaus als schändlich bezeichnen. Es ist aber auch ein unkluges
Verhalten. Denn auszahlen wird es sich keinesfalls wie erhofft. Weit
mehr noch als Deutschland droht der Türkei und ihrem taktierenden
Präsidenten Erdogan ein Konflikt im eigenen Land, dessen
Eskalationsstufen noch gar nicht absehbar sind. Die Kurden werden ihm
nicht verzeihen, dass er den Mördern direkt hinter der Grenze freie
Hand lässt.

Für die deutschen Sicherheitsbehörden kann es jetzt nur eine
Losung geben: null Toleranz! Dazu zählt, dass friedliche
Demonstranten gegen die IS-Terroristen zu schützen sind. Wenn sie von
deren verlängertem Arm in Deutschland angegriffen werden, dann muss
der Rechtsstaat so hart und konsequent reagieren, wie es ihm möglich
ist. Sehr wünschenswert wäre es, wenn sich die großen muslimischen


Verbände in die Demonstrationszüge von Kurden, Jesiden und verfolgten
Christen einreihen würden. Und den Deutschen ohne
Migrationshintergrund stünde das ebenfalls gut an.



Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Streit um Kosten für Ausbildung neuer Notfallsanitäter
Im Dschungel des Föderalismus
MATTHIAS BUNGEROTH Hoke-kyo (Lotus Sutra): Die Sutra der Lotosblume vom wunderbaren Gesetz!
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.10.2014 - 20:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1119071
Anzahl Zeichen: 2401

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Ravensburg



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 236 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Es darf keine Toleranz geben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung


Rheinische Post: In dubio pro Latino ...
Die Vorstellung vom Französisch-Lehrer, der an Schule und Uni nie mit Latein in Berührung gekommen ist, der Sprache also, aus der "sein" Französisch hervorging, darf man absurd finden. In NRW könnte genau das bald Wirklichkeit werden, denn die Latinumspflicht für das Lehramt in mo

Rheinische Post: Europa braucht die schwarze Null ...
Die Konjunktur bricht ein - und damit wackelt auch die schöne schwarze Null von Wolfgang Schäuble. Geringeres Wachstum bedeutet weniger Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben. Das große Ziel Schäubles und Merkels, die Neuverschuldung 2015 erstmals nach 40 Jahren auf Null zu senken, ist i

Rheinische Post: Taxifahrer unter Druck ...
Im Mai hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Meinungsforscher von Infratest Dimap damit beauftragt, die Bürger nach ihrer Meinung zum Mindestlohn zu befragen. 86 Prozent befürworteten dessen Einführung - eindeutiger geht's kaum. Welche Folgen das Wunschprojekt der Deutschen hat, wird nu

Mitteldeutsche Zeitung: zu EU-Beschäftigungsgipfel ...
Denn es ist einfach falsch, weiter auf staatliche Neuverschuldung oder auf das Hinauszögern von Reformen zu setzen. Dass letztere wehtun, steht außer Frage. Das war in Spanien nicht anders als in Lettland oder anderen EU-Ländern, wo man die Strukturen so umgebaut hat, dass am Ende die Wirts


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z