neues deutschland: Waffen für die PKK - Die Wacht am Bosporus
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noch begonnen hatte: dass nämlich Deutschland und die EU ihre
»Terrorliste« bearbeiten dürfen, ohne Washington zu fragen.
Kurzfristig hatte es danach ausgesehen. Doch kurz nach dem Vorstoß
des CDU-Fraktionschefs Volker Kauder für eine Bewaffnung der PKK
gegen den Islamischen Staat blies das Innenministerium ab.
Zehntausende Opfer hat der schmutzige Krieg gegen die Kurdenbewegung
in den 1990ern gefordert. Interessiert hat das den Westen nie,
während man wegen ähnlicher und geringerer Taten Kriege gegen Belgrad
anzettelte. Ist doch die Wacht am Bosporus nicht nur islamischer
NATO-Vorposten, sondern auch Bollwerk gegen Russland. Und so wurde
gerade hierzulande stets brutal niedergeknüppelt, was auch nur in die
Nähe einer Kurdenfahne geriet. Dass die PKK illegale Praktiken etwa
zur Finanzierung entwickelte, fußt auf diesem Druck. Das Prinzip vom
»Feind meines Feindes« oder eben Freundes ist so alt wie zynisch.
Selbst im Angesicht des IS wiegt Ankara schwerer als Kobane. Deshalb
wird die Kraft, die den neuen Weltenfeind am ehesten schlagen könnte,
behindert und bekämpft. Seit Jahrzehnten bezahlen die Kurden ihr
geopolitisches Missgeschick mit Strömen von Blut. Es wird wohl weiter
dabei bleiben. Kein Trost ist, dass diese brutale Logik auf Dauer
niemand Glück brachte - etwa dem Urheber dieses geflügelten Wortes.
Er hieß Napoleon Bonaparte.
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Datum: 16.10.2014 - 18:26 Uhr
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