Umweltverbände fordern ökologischen Hochwasserschutz: Finanzierung muss über 2020 hinaus gesichert sein
ID: 1124451
Umweltministerkonferenz in Heidelberg fordern der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), der WWF Deutschland und der
Naturschutzbund Deutschland (NABU), das nationale
Hochwasserschutzprogramm ökologisch auszurichten. "Das nationale
Hochwasserschutzprogramm muss ein Signal für ein grundsätzliches
Umdenken im Hochwasserschutz setzen und langjährige Defizite
beseitigen", sagte Dr. Diana Pretzell, WWF Deutschland. Für einen
wirksamen Hochwasserschutz fehlten in den bisherigen Entwürfen aber
noch wesentliche Punkte, wie eine klare Prioritätensetzung für den
ökologischen Hochwasserschutz. Hochwasservorsorge dürfe nicht erst
beim Auffangen von Hochwasserwellen beginnen.
"Nachhaltiger Hochwasserschutz muss das gesamte Flusssystem
umfassen. Wir müssen Bäche und Flüsse wieder mäandrieren lassen,
Flusssohlen stabilisieren, die Fließgeschwindigkeit verlangsamen und
Flächen entsiegeln", betonte Sebastian Schönauer, Sprecher des
BUND-Arbeitskreises Wasser. Ökologischer Hochwasserschutz und ein
Umdenken hin zum ökologischen Landbau seien wirksamer, ästhetischer
und häufig kostengünstiger, um Hochwasser zu vermeiden, bräuchten
jedoch mehr Zeit für die Planung und Umsetzung. Daher bedürfe es
einer sinnvollen Förderung. "Die Umweltminister müssen jetzt
sicherstellen, dass Maßnahmen auch über 2020 hinaus finanziell
gefördert werden", forderte Schönauer.
Naturnahe Ansätze bieten dabei aus Sicht der Verbände viele
Vorteile. "Beim Hochwasserschutz müssen ökologisch ausgerichtete
Lösungen Priorität haben. Wo immer möglich, muss man das
Synergiepotenzial von Hochwasser-, Natur- und Gewässerschutz nutzen",
umreißt Till Hopf, Naturschutzexperte des NABU, die Messlatte an Bund
und Länder. Technischer Hochwasserschutz suggeriere den Anwohnern
zwar mehr Sicherheit, steigere aber die Gefahr stärkerer Flutwellen
am Unterlauf der Flüsse. Der Bau von Poldern sei nur vermeintlich
eine schnellere Hochwasserrückhaltungsmaßnahme, bremse jedoch
ökologische Maßnahmen. Deichrückverlegungen sind nach
Verbändeeinschätzung nicht nur ökologisch vorteilhafter als Polder,
sondern oft schon mittelfristig kostengünstiger. Denn bei Poldern
müssten Einlass- und Auslaufbauwerke und zwei Deichlinien gebaut und
unterhalten werden. Das koste Geld, das dann an anderer Stelle fehle.
Die gemeinsamen Forderungen der Verbände finden Sie in Internet
unter www.bund.net/pdf/hochwasserschutz_verbaendeposition
Weitere Informationen zum Hochwasserschutz:
www.bund.net/hochwasser www.nabu.de/themen/fluesse/hochwasser
Pressekontakt:
Pressekontakt: Magnus Wessel, stellv. Leiter Gewässerpolitik des
BUND, Tel.: 030-27586-543, E-Mail: magnus.wessel@bund.net bzw. Annika
Natus, BUND-Pressereferentin, Tel. 030-27586-464, E-Mail:
presse@bund.net, www.bund.net; Dr. Diana Pretzell, Leiterin
Naturschutz des WWF Deutschland, Tel.: 030-311777-280, E-Mail:
diana.pretzell@wwf.de bzw. Roland Gramling, WWF-Pressereferent, Tel.:
030-311777-425, E-Mail: presse@wwf.de; Till Hopf,
NABU-Naturschutzreferent, Tel. 030/284984-1618, E-Mail:
Till.Hopf@NABU.de
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Datum: 21.10.2014 - 14:46 Uhr
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