Altersarmut: Paritätischer kritisiert Rentenpolitik und fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung
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Paritätische Wohlfahrtsverband den neuerlichen Anstieg der Zahl der
Altersgrundsicherungsbezieher um 7,4 Prozent auf einen neuen
Höchststand. Der Verband übt scharfe Kritik an der bisherigen
Rentenpolitik der Koalition und mahnt die Bundesregierung, umgehend
Maßnahmen zur Bekämpfung der Altersarmut in Deutschland zu ergreifen.
Der Verband fordert eine durchgreifende Reform der
Altersgrundsicherung und eine deutliche Erhöhung des
Leistungsniveaus.
Der Paritätische weist darauf hin, dass sich die Zahl der
Altersgrundsicherungsbezieher seit der Einführung dieser Leistung im
Jahr 2003 auf aktuell rund 499.000 praktisch verdoppelt hat. Diese
Entwicklung werde unaufhaltsam weitergehen, wenn nicht politisch
gegengesteuert werde. "Die neuerlichen Rekordzahlen sind lediglich
Vorboten einer auf uns zurollenden Lawine der Altersarmut. Ab Mitte
des nächsten Jahrzehnts droht ein Heer von ehemals Langzeit- und
Mehrfacharbeitslosen sukzessive und unaufhaltsam in die Altersarmut
zu fallen", warnt Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Der Verband
kritisiert eine falsche Prioritätensetzung in der bisherigen
Rentenpolitik der Großen Koalition. "Der Koalitionsvertrag wird den
tatsächlichen Herausforderungen in der Alterssicherung nicht gerecht.
Altersarmut spielt so gut wie keine Rolle", kritisiert Schneider.
Um künftiger Altersarmut vorbeugen und bestehende Altersarmut zu
beseitigen, fordert der Paritätische eine Reform der
Altersgrundsicherung und legt dazu ein entsprechendes Konzept vor,
das erhebliche Verwaltungsvereinfachungen und deutliche
Leistungsverbesserungen vorsieht. Erforderlich sei eine
bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze in der Altersgrundsicherung -
inklusive altersspezifischem Mehrbedarf - auf 510 Euro. Unter der
Voraussetzung, dass Stromkosten künftig wie Heiz-und Mietkosten in
voller Höhe übernommen und einmalige Leistungen für größere
Anschaffungen wieder gewährt werden, könnte dieser Betrag
entsprechend niedriger ausfallen. Schließlich fordert der Verband
großzügige Freibeträge auf Vorsorgeleistungen und Rentenansprüche.
Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, e-Mail: pr@paritaet.org
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Datum: 04.11.2014 - 10:27 Uhr
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