Fischereimonster - der Fluch der Meere
Neuer Greenpeace-Report zu den 20 größten Fabrikschiffen in der EU-Fischerei
ID: 1130324
Fischerei-Schiffe stehen im Fokus des neuen Greenpeace-Reports zur
Überfischung der Meere. Der Report liefert Steckbriefe zu Größe und
Fangmethode der Fabrikschiffe, zu EU-Subventionen, sowie Beflaggung
und Besitzverhältnissen. "Diese Fischereimonster holen weltweit
riesige Mengen Fisch und Beifang aus den Meeren, während den
Kleinfischern an den Küsten nichts mehr in die Netze geht", sagt
Thilo Maack, Meeresexperte von Greenpeace. Die
Umweltschutzorganisation zeigt mit der heutigen Veröffentlichung auch
Lösungen auf, wie sich durch den Abbau der EU-Fangflotten
Fischbestände erholen und Arbeitsplätze durch die handwerkliche
Fischerei entstehen könnten.
Ein Fanggebiet reicht den Fischereimonstern oft nicht. Die unter
deutscher Flagge fahrende "Helen Mary" fischt beispielsweise auch vor
Westafrika nach Hering, Makrele und Sardinen - dabei sterben in den
Grundschleppnetzen des 116 Meter langen Fabrikschiffes auch
Hammerhaie, Manta-Rochen und Delphine. Gebaut wurde das Schiff 1994
maßgeblich mit Steuergeldern: Über 6,2 Millionen Euro an Subventionen
steuerte die EU bei, acht Jahre später 130 000 Euro zur
Modernisierung.
Zerstörerische Fabrikschiffe müssen aus dem Verkehr gezogen werden
Überfischung ist ein globales Problem mit unbestreitbaren Folgen:
Fast 90 Prozent der Fischbestände sind überfischt oder bis an ihre
Grenzen genutzt. Ein Großteil der EU-Fischereirechte liegt in den
Händen nur weniger Unternehmen. "Millionenschwere Fischerei-Baronen
plündern die Ozeane ohne Rücksicht auf ökologische und soziale
Belange", sagt Thilo Maack. Der Greenpeace-Report zeigt auf, mit
welchen Tricks die Eigentümer der Fangflotten ihre Gewinne
maximieren: Schiffe wechseln die Flaggen, um Zugänge zu Fanggründen
zu bekommen. Mit Tarnfirmen und Steueroasen werden Vorschriften
umgangen.
In den kommenden Monaten legen die Fischereiminister der
Europäischen Union die Fangmengen für das Jahr 2015 fest. Greenpeace
fordert die Regierungen in der EU auf, Meere und Menschen zu schützen
und die schonende Kleinfischerei zu fördern. Die EU-Fischereiminister
müssen schrittweise dafür sorgen, dass zerstörerische Fabrikschiffe
aus dem Verkehr gezogen werden. Mit einer entsprechenden Petition auf
der Website www.greenpeace.de/fair-fischen können sich Verbraucher an
den zuständigen Minister Christian Schmidt (CSU) wenden.
Achtung Redaktionen: Den Report (95 Seiten) finden Sie auf
www.greenpeace.de/fair-fischen. Rückfragen bitte an Meeresexperte
Thilo Maack,Tel. 040-30618-359, oder Pressesprecherin Simone Miller,
Tel. 040-30618-343. Fotos erhalten Sie unter Tel. 040-30618-376,
Videomaterial unter Tel. 040-30618-374.
Greenpeace-Pressestelle: 040/30618-340, Greenpeace im Internet
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Datum: 04.11.2014 - 10:50 Uhr
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