Weser-Kurier: Zur Vergabe der Michelin-Sterne schreibt Heinz Holtgrefe:
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Bentheim und auf Norderney knallten gestern die Champagner-Korken.
Restaurant-Besitzer, Küchenmanschaften und Service-Brigaden lagen
sich freudestrahlend in den Armen. Grund für den Jubel: Neue oder
behauptete Sterne vom Michelin Restaurant Guide. Und Bremen?
Pustekuchen! Die Zeiten sind lang vorbei, zu denen sich Grashoff, die
Villa Verde im Weserstadion, die L'Orchidée im Ratskeller oder das La
Terrasse im Park Hotel derart schmücken konnten. Weshalb gibt es in
der Hansestadt keine wirkliche Spitzenküche mehr? Erstens: Weil
solche Betriebe selbst bei dem in der Sterneküche notwendigen
Preisniveau permanent rote Zahlen schreiben, wenn sie nicht von einem
Hotel oder Sponsor subventioniert werden. Zweitens: Weil die
Bremerinnen und Bremer nicht oft genug bereit waren, in der
Topgastronomie essen zu gehen. Doch sage niemand, es sei nicht
genügend Geld da, die Häuser der zweiten und dritten Liga sind häufig
sehr gut besucht. Sterneküche ist teuer, höre ich oft als Begründung
für die Abstinenz. Das Gegenteil ist richtig: Diese Art des Speisens
ist im Wortsinne preiswert, eben ihren Preis wert. Notfalls muss sich
der Kunde entscheiden, ob ihm Breitreifen fürs Auto, ein neues iPad
oder unvergessliche Abende im Spitzenrestaurant wichtiger sind.
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Datum: 06.11.2014 - 19:45 Uhr
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