Derzeitige Düngeverordnung schützt Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser nicht. Nachbarländer haben bessere Regeln
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(BUND) hat die Bundesregierung und die Länder aufgefordert, die
Novellierung der Düngeverordnung nicht auf die lange Bank zu
schieben. Das Ausbringen von zu viel Stickstoff und Phosphor in
Regionen mit einem hohen Anteil industrieller Agrarwirtschaft
verschlechtere zusehends die Qualität des Grundwassers. So weise im
Bundesdurchschnitt mehr als die Hälfte der Grundwassermessstellen
inzwischen zu hohe Nitrat-Werte auf. Weil Grundwasser die wichtigste
Quelle zur Trinkwassergewinnung sei, bestehe hier dringend
Handlungsbedarf.
"Das von der EU-Kommission gegen Deutschland eingeleitete
Vertragsverletzungsverfahren wegen der Nicht-Umsetzung der
Nitratrichtlinie ist ein Alarmzeichen. Die Bundesregierung und die
meisten Bundesländer tun zu wenig gegen Gewässer- und
Bodenbelastungen aus der industriellen Landwirtschaft", sagte der
BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Beim Gewässerschutz trägt
Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten die Rote
Laterne. Europäische Standards kann Deutschland erst wieder
erreichen, wenn die landwirtschaftlichen Nährstoffströme vollständig
erfasst und die EU-Obergrenzen für Nitrat und Phosphat in der
Düngeverordnung verankert sind. Der übermäßigen Ausbringung von Gülle
und Kunstdünger müssen Schranken gesetzt und Verstöße geahndet
werden", so Weiger.
Der BUND-Vorsitzende verwies auf das Beispiel Dänemark, wo bei
Überdüngungen Geldstrafen verhängt würden. In den Niederlanden
wiederum würden sämtliche Stickstoff- und Phosphormengen erfasst, die
in landwirtschaftliche Betriebe hinein- bzw. aus ihnen herausführten.
Diese Verpflichtung zu einer Input-Output-Bilanz "am Hoftor" sorge
dafür, dass Verursacher von zu viel Stickstoff und Phosphat in
Gewässern erkennbar würden und ihren Düngemitteleinsatz überprüften.
Um den Gewässerschutz zu verbessern, sei auch in deutschen
Agrarbetrieben eine vollständige "Hoftorbilanz" für Nährstoffe
erforderlich.
Notwendig sei außerdem eine Datenbank über sämtliche
Gülle-Transporte, auch aus dem Ausland. Allein 2013 seien von
niederländischen Behörden 60000 Lastwagen mit Gülle auf dem Weg nach
Deutschland erfasst worden, dies jedoch nur bis zur Grenze.
Weiger: "Die Bundesregierung muss sich entscheiden: Entweder sorgt
sie für sauberes Grund- und Trinkwasser oder sie gibt der
Agrarindustrie das fragwürdige Recht, das Lebensmittel Nummer Eins,
das Wasser, weiterhin zu verschmutzen."
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Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481
E-Mail: reinhild.benning@bund.net bzw.
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Datum: 19.11.2014 - 12:58 Uhr
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