Strom-Netzplanung muss auf den Prüfstand. Vor allem die Ost-Süd-Stromtrasse nach Bayern
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(BUND) hat für die Planung von Stromtrassen einen Neubeginn
gefordert. Es sei nicht erkennbar, dass die bisherige Netzplanung an
den Klimaschutzzielen und den Zielen der Energiewende ausgerichtet
sei, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger vor der Presse in
Berlin.
Die Planung neuer Stromtrassen müsse einer Strategischen
Umweltprüfung unterzogen und mit mehr Öffentlichkeitsbeteiligung
durchgeführt werden. Dazu gehöre auch die Einbeziehung
vorgeschlagener Alternativen. Die Bevölkerung in den betroffenen
Regionen werde bisher über die Planung neuer Stromautobahnen
lediglich informiert, Alternativvorschläge würden jedoch meistens
ignoriert, kritisierte Weiger.
"Die Stromtrassen-Pläne gehören auf den Prüfstand. Überprüft
werden muss vor allem, ob die vorgeschlagenen Stromtrassen überhaupt
notwendig sind. Stattdessen machen die Netzbetreiber und die
Bundesregierung Druck unter anderem für den Bau der Gleichstromtrasse
vom Osten Deutschlands nach Bayern. Trotz massiver Zweifel an der
Notwendigkeit dieser Leitung und trotz neuer Rahmensetzungen durch
das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz wollen die Netzbetreiber
in beiden Richtungen jetzt sogar Verlängerungen der Trasse
durchsetzen. Es drängt sich der Verdacht politischer Einflussnahme
auf das Verfahren der Netzplanung geradezu auf", so der
BUND-Vorsitzende.
Anfang November haben die Netzbetreiber ihren Entwurf des
"Netzentwicklungsplans 2014" vorgestellt. Die Bundesnetzagentur muss
diesen Entwurf noch genehmigen. Gegen Bedenken vor allem aus Bayern
halten die Netzbetreiber an ihren, aus Sicht des BUND und von
Experten - überzogenen - Ausbauplänen für die Stromnetze in
Deutschland fest.
"Der Netzentwicklungsplan 2014 spiegelt in Bezug auf Klimaschutz
und den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht die Ziele der
Energiewende wider. Im Kontext der Energiewende ist vor allem die
Ost-Süd-Stromtrasse in der geplanten Form überflüssig. Diese Leitung
soll klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken möglichst viele
Volllaststunden ermöglichen. Damit konterkariert diese Planung die
Klimaschutzziele der Bundesregierung. Schlichtweg grotesk ist, dass
der Netzentwicklungsplan den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks am
Standort Profen in Mitteldeutschland vorsieht. Das würde genau das
Gegenteil von dem bewirken, was die Bundesregierung aktuell im Rahmen
ihres Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 zur Einhaltung der deutschen
Klimaziele anstrebt", sagte Netzexperte Christian von Hirschhausen
von der Technischen Universität Berlin. Grundlage des
"Netzentwicklungsplans 2014" sei ein veraltetes Energieszenario. Das
von Schwarz-Rot novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz führe zu
einer Verlangsamung des Ausbaus der erneuerbaren Energien,
insbesondere zu einem geringeren Ausbau der Offshore-Windenergie.
Der BUND-Energieexperte Thorben Becker ergänzte: "Es ist höchst
zweifelhaft, ob die Berechnungen der Netzbetreiber noch der Realität
des veränderten Erneuerbare-Energien-Gesetzes entsprechen. Dringend
notwendig ist deshalb die komplette Neuberechnung des
Stromleitungs-Bedarfs unter Berücksichtigung der neuen Datenlage. Wir
fordern die Bundesnetzagentur auf, den Netzentwicklungsplan 2014 ad
acta zu legen. Auf keinen Fall dürfen auf der Basis unseriöser
Grundlagen neue Stromtrassen geplant werden", sagte Becker.
Ein BUND-Hintergrundpapier zur Stromnetzplanung finden Sie im
Internet unter: http://www.bund.net/pdf/netzentwicklungsplan
Pressekontakt:
Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel.
030-27586-421, E-Mail: thorben.becker@bund.net bzw. Rüdiger
Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Fax:
030-27586-440, E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net
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Datum: 21.11.2014 - 09:44 Uhr
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