Rhein soll "Altarm" zurückbekommen / DBU fördert Gewässerschutz-Projekt der Stadt Mannh

Rhein soll "Altarm" zurückbekommen / DBU fördert Gewässerschutz-Projekt der Stadt Mannheim mit 225.000 Euro

ID: 1147164
(ots) - Staudämme, Kanäle und Wehre für Schifffahrt,
Wasserkraft und Bewässerung haben Europas Fließgewässer stark
verändert. Flüsse sind nur noch selten durchgängig und von Auen und
Feuchtgebieten getrennt. In Deutschland sind gerade mal zwei Prozent
der Gewässer in ihrer Struktur unverändert. Laut dem Generalsekretär
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Dr. Heinrich Bottermann,
stellt die "Verbesserung der Gewässermorphologie, vor allem die
Durchgängigkeit der Gewässer und der Schutz von Lebensräumen
weiterhin eine große Herausforderung im Gewässerschutz dar." Um
dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die DBU fachlich und finanziell
mit 225.000 Euro ein modellhaftes Renaturierungsprojekt der Stadt
Mannheim. Ein ehemaliger Seitenarm des Rheins, der sogenannte
Schlauchgraben im Südwesten der Stadt, soll wieder an den Fluss
angebunden werden.

"Über den jahrelangen Prozess der Verlandung und durch menschliche
Eingriffe ist der Schlauchgraben vom Hauptstrom abgeschnitten worden.
Eine Durchströmung ist gar nicht oder nur sehr eingeschränkt bei
Hochwasser möglich, weil die Seiten des Schlauchgrabens durch Wege
und Straßen gequert werden und der Anschluss an den Rhein fehlt",
sagt Projektleiter Thomas Kilian vom Fachbereich Grünflächen und
Umwelt der Stadt Mannheim. Damit das Wasser wieder frei fließen kann
und nicht mehr komplett aufgestaut wird, sollen Waldwege mittels
Brücken über den Altarm geleitet werden, damit sie weiter passierbar
bleiben. Kilian: "Letztendlich soll ein Durchstich zum Rhein
erfolgen, um eine Wiederanbindung an den Hauptfluss herzustellen." Um
die Ufer zu stabilisieren, würden Stahlwände errichtet. Auch für
Kleinstlebewesen wie Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven sei der
Übergang in den Altarm dann wieder möglich.

Die Maßnahmen sollen den Schlauchgraben auch für Amphibien wie


Frösche, Kröten und Molche aufwerten, um ihren knapp gewordenen
Lebensraum wieder zu erweitern. "Weil das Wasser nur bei hohem
Wasserstand hindurchfließt, gelangen nicht zu viele Fische in den
Seitenarm, die den Laich wegfressen würden. Dadurch haben die
Amphibien eine gute Chance zum Überleben", erklärt Dr. Volker
Wachendörfer, DBU-Referent für Naturschutz. Die Maßnahmen würden den
Zustand der Biotope eines sowohl für die Naherholung als auch für
viele Artengruppen wichtigen Gewässers in unmittelbarer Nähe zu einer
Großstadt erheblich verbessern.

Kilian weist darauf hin, dass dieser Prozess der Renaturierung
nicht ohne Bagger und vorübergehende Beeinträchtigungen für die
Menschen funktionieren kann. "Die Arbeiten werden voraussichtlich ab
April kommenden Jahres beginnen. Auch wenn der Förderbescheid von der
DBU, eine Umweltverträglichkeitsstudie und die wasserrechtliche
Genehmigung bereits vorliegen, müssen noch die zuständigen
politischen Gremien über den Antrag abstimmen, bevor er offiziell
ausgeschrieben werden kann", sagt Kilian.

Wachendörfer betont, dass die Wiederanbindung von Auengewässern
und die Redynamisierung eines Fließgewässers wesentliche Aufgaben des
Naturschutzes von überregionaler Bedeutung seien: "Der
Wiederanschluss von Altarmen ist neben dem Fließgewässer- und
Artenschutz ein wichtiges Instrument für einen am Naturschutz
orientierten Hochwasserschutz." Ein Ziel dieser modellhaften Maßnahme
soll außerdem sein, die gewonnenen Erkenntnisse und Methoden
bundesweit auf andere Standorte mit vergleichbarer Ausgangslage zu
übertragen.



Pressekontakt:
Ansprechpartner
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Marina Stalljohann-Schemme
Anneliese Grabara


Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon:0541|9633-521
Telefax:0541|9633-198
presse@dbu.de
www.dbu.de

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Pelin Yildiz, Medienteam Stadt Mannheim, Fachbereich Grünflächen und
Umwelt
Telefon: 0621/293-4048
Fax: 0621/293-7428
E-Mail:
pelin.yildiz@mannheim.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.12.2014 - 10:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1147164
Anzahl Zeichen: 4419

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Mannheim



Kategorie:

Umwelttechnologien



Diese Pressemitteilung wurde bisher 318 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rhein soll "Altarm" zurückbekommen / DBU fördert Gewässerschutz-Projekt der Stadt Mannheim mit 225.000 Euro"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Regionale Kräuter und Gemüse aus ehemaligen Schweineställen / DBU fördert Startup Stallgrün mit 125.000 Euro ...
Jedes Jahr werden bundesweit laut Statistik-Portal Statista mehr als fünf Millionen Tonnen Gemüse importiert, auch weil wegen der jahreszeitlichen Bedingungen nicht alle gefragten Gewächse ganzjährig angebaut werden können. Das Münsteraner Startup Stallgrün (https://stallgruen.de/) hat ein Ko

DBU: Mehr Kunststoff-Recycling sichert Klimaschutz und Wirtschaftsstandort / Wuppertal Institut: Sechs Vorschläge zur Rettung der Branche ...
Die für Klima- und Ressourcenschutz sowie Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten immens wichtige Kunststoff-Recycling-Branche benötigt bundesweit dringend neue Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Wuppertal Instituts (https://wupperinst.org/

Schutz für Schaf und Schäfer: Tierfreundliche Wolfsabwehr / DBU fördert Startup Pax Lupus - Vorfall in Hamburg ...
Jahrelang waren Wölfe in Deutschland ein seltener Anblick. Nach Zahlen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) (https://www.bfn.de/daten-und-fakten/wolfsvorkommen-deutschland) wächst die Population jedoch seit einiger Zeit - von 128 Rudeln im Jahr 2019 auf nun 219 bestätigte Rudel 2025. Ein aktuell


Weitere Mitteilungen von Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)


"Die Welt braucht beim Klimaschutz mehr Tatkraft und Phantasie". BUND-Vorsitzender Weiger richtet Appell an Staatengemeinschaft und fordert von Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen ...
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte von der Bundesregierung und von der internationalen Staatengemeinschaft mehr Phantasie und mehr Tatkraft beim Klimaschutz. Worauf es gegenwärtig hinauslaufe, werde der Problemlage nicht gerecht, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert W

Museumsreif: AltgedienteÖfen sollten bald ausgemustert werden ...
Die "Oldtimer" unter den Heizgeräten verursachen im Vergleich zu neuen Modellen ein Vielfaches an Emissionen Historische Fahrzeuge, besser bekannt als Oldtimer, sind beliebte Sammlerstücke und mitunter auch eine echte Wertanlage. Meist sehr solide verarbeitet, sind sie oftmals no

Das zeo2-Winterheft: "Wie grün ist das Internet? Im Ökocheck: GMX, Telekom und Co. - und was ich selbst tun kann" ...
Wer ein E-Mail-Konto bei Mail.de eröffnet, spart besonders viel Energie und tut am meisten für die Umwelt. Das zeigt ein Test der zwölf größten, kostenlosen E-Mail-Anbieter, den das von der Deutschen Umwelthilfe e V. (DUH) herausgegebene taz-Umweltmagazin zeo2 zusammen mit dem Berliner Borde

Wiesenhof verzichtet auf Gentechnik // Erfolg für die Greenpeace-Kampagne gegen Gen-Soja in Tierfutter ...
Der größte deutsche Geflügelproduzent wird gentechnikfrei: Die PHW-Gruppe mit ihrer Marke Wiesenhof wird ab 2015 alle Hähnchen wieder ohne Gen-Pflanzen im Tierfutter mästen. Anfang des Jahres erst hatte die deutsche Geflügelbranche unter Führung der PHW-Gruppe angekündigt, wieder Gen-Soja


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z