NOZ: Gespräch mit Ulrich Mäurer, Innensenator
ID: 1147284
Vorgehen gegen Salafisten notwendig
Innenministerkonferenz will Strategie gegen radikale Islamisten
beschließen - Auch Aussteigerprogramme im Gespräch
Osnabrück.- Zum Auftakt der Innenministerkonferenz in Köln hat
Bremens Ressortchef Ulrich Mäurer (SPD) seine Kollegen aus anderen
Ländern dazu aufgerufen, gemeinsam gegen möglicherweise
gewaltbereiten Salafisten vorzugehen. In einem Gespräch mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) sagte er, "nötig ist ein
entschiedenes, koordiniertes Eingreifen, auch wenn nicht alle
Bundesländer gleichermaßen betroffen sind". Er setze darauf, "dass
wir ein gemeinsames Vorgehen gegen bestimmte Einrichtungen von
Salafisten beschließen"
In Deutschlands kleinstem Bundesland Bremen lebten derzeit rund
360 Salafisten. Weitere Hochburgen seien Nordrhein-Westfalen (rund
1800) sowie Hessen (rund 1500), erläuterte Mäurer. "Natürlich ist
nicht jeder Salafist gewaltbereit und will nach Syrien in den Krieg
ziehen. Klar ist aber auch: Die Länder in Deutschland, aus denen
bisher die meisten der IS-Unterstützer Richtung Syrien ausgereist
sind, sind auch diejenigen, in denen es viele Salafisten gibt. Ich
bin überzeugt: Das ist kein Zufall."
Am vergangenen Freitag hatte das Bundesland Bremen den
salafistischen "Kultur & Familien Ver¬ein e.V." verboten und
Hausdurchsuchungen bei führenden Mitgliedern durchgeführt. "Alle, die
bisher aus Bremen nach Syrien in den Krieg gezogen sind, waren in
dieser Moschee", sagte Mäurer. Bisher seien aus Bremen nachweislich
acht Männer, sieben Frauen und elf Kinder nach Syrien ausgereist,
zwei der Männer seien dort gestorben, sagte der Innenpolitiker.
Mit Verboten sei es aber nicht getan, so der Innensenator weiter.
"Wir müssen mitbekommen, was passiert", forderte Mäurer. "Das gilt
für Ausreisewillige, aber auch für Rückkehrer. Wir haben es mit einem
Gesamtkomplex zu tun."
Der Salafismus gilt derzeit als dynamischste Bewegung innerhalb
des Islamismus, es fehlen jedoch formale Strukturen. "Es konkurrieren
verschiedene Predigernetzwerke", so Mäurer. Das verschärfe und
verkompliziere das Problem. Ein ebensolches sei auch die große
Reisetätigkeit vieler Beteiligten: "Man besucht sich, in den Ländern
Europas und auch in den verschiedenen Bundesländern. Um dieses
Netzwerk zu durchbrechen, müssen wir gemeinsam vorgehen", bekräftigte
er. "Auch Aussteigerprogramme und Präventionsmaßnahmen, ähnlich wie
beim Rechtsextremismus, könnten ein Mittel sein", so Mäurer.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.12.2014 - 12:19 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1147284
Anzahl Zeichen: 2983
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 302 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NOZ: Gespräch mit Ulrich Mäurer, Innensenator"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Osnabrück. Der Krankenkassen-Spitzenverband GKV hat vor einem Aufweichen der Gesundheitsreform gewarnt, die am Freitag vom Bundestag beschlossen werden soll. "In den ersten Monaten des Jahres sind die Ausgaben der Krankenkassen doppelt so schnell gestiegen wir die Einnahmen. Wenn nicht schnell
Möglicher Kurswechsel bei Grünen: Brantner schwört Mitglieder auf "schwierige Kompromisse" ein / Regierungsverantwortung pragmatisch nutzen, "urgrüne Politik" von Özdemir als ...
Osnabrück. Im Richtungsstreit der Grünen hat Parteichefin Franziska Brantner einen pragmatischen Kurs angemahnt und die Parteibasis auf schmerzhafte Zugeständnisse im Falle einer künftigen Regierungsbeteiligung eingeschworen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagt
"Werden überrollt": Grünen-Chefin warnt CDU vor Koalition mit AfD im Osten / Vor Ostdeutschland-Wahlen: Brantner befürchtet Parallelen zur Machtübernahme der Nazis, sie fordert Erhalt de ...
Osnabrück. Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern warnt Grünen-Chefin Franziska Brantner die CDU vor einer Koalition mit der AfD und zieht Parallelen zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. "Das Experiment, dass eine Partei der Mitte Faschisten zur Macht
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
NOZ: Gespräch mit Günter Burkhardt, Geschäftsführer Pro Asyl ...
Pro Asyl fordert vor Flüchtlingsgipfel umfassendes Konzept von Bund und Ländern Geschäftsführer Günter Burkhardt: Käme der gesamten Gesellschaft zugute - Kurzfristige "Dach-über-dem-Kopf-Flickschusterei" reicht nicht Osnabrück.- Vor dem Bund-Länder-Treffen zur Flüchtli
NOZ: Gespräch mit Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ...
Städte-und Gemeindebund fordert Vorfinanzierung des Breitbandausbaus durch Kreditanstalt für Wiederaufbau Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg: "Wir brauchen mehr Tempo" - Appell vor Bund-Länder-Verhandlungen Osnabrück.- Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat Bund und L
NOZ: Gespräch mit Boris Pistorius, Innenminister Niedersachsens ...
Pistorius: Mit Google & Co. gegen die Islamisten SPD-Politiker für Gespräche mit Zugangsanbieter und sozialen Netzwerken Osnabrück.- Internet-Zugangsanbieter und die Betreiber sozialer Netzwerke sollen nach dem Willen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius einen Beitrag i
NOZ: Gespräch mit Elke Hannack, DGB-Vize ...
Gewerkschaftsbund: Frauenquote allein reicht nicht DGB-Vize Hannack sieht erheblichen Nachholbedarf auf der Kapitalseite Osnabrück.- Vor der am heutigen Donnerstag vorgesehenen Verabschiedung des Gesetzentwurfes über die Frauenquote in Aufsichtsräten hat der Deutsche Gewerkschaftsbund




