Lausitzer Rundschau: Kein Sieger der Herzen - Gehörige Schlappe für Woidke auf Landesparteitag der SPD
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Brandenburger SPD-Landesvorsitzender bei seiner Wiederwahl und ohne
jeden Gegenkandidaten nur 79 Prozent der Stimmen der
Parteitagsdelegierten erhält, ist das ein katastrophales Ergebnis. Es
ist aber auch ein ehrliches Ergebnis: Denn zum ersten Mal seit
Dietmar Woidke das Amt an der Spitze der SPD übernahm, gab es einen
Parteitag, bei dem kein Wahlkampf lief. Einen Parteitag, bei dem
jeder einzelne Delegierte wusste: Es gibt nichts zu verlieren, wenn
ich jetzt ehrlich bin und mit "Nein" abstimme, weil ich so denke und
empfinde. Entsprechend machte sich der aufgestaute Unmut diesmal
Raum: Frauen, die gerne mehr SPD-Ministerinnen im neuen Kabinett
gesehen hätten. Sozialpolitiker, die ihr Fachministerium nur ungern
an die Linke abgetreten haben. Und auch Kommunalpolitiker, die die
anstehende Kreisgebietsreform fürchten. Und weil es sich auf
SPD-Parteitagen nicht unbedingt auszahlt, eine von der Parteispitze
abweichende Meinung offen zu vertreten, äußerte sich das alles vor
allem im Abstimmungsergebnis. Dort wurde deutlich: So ganz stehen die
Sozialdemokraten nicht hinter Woidke. In einer Koalition mit nur drei
Stimmen Mehrheit ist das eine gefährliche Situation. Dietmar Woidke
wird in den nächsten Jahren darum kämpfen müssen, die Parteibasis von
sich so zu überzeugen, wie es Stolpe und Platzeck vor ihm taten. Die
Wahlen hat Woidke gewonnen - die Herzen der Partei noch nicht.
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Datum: 14.12.2014 - 19:57 Uhr
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