BUND-Test: Mehr als jeder zweite Weihnachtsbaum mit Pestiziden belastet
ID: 1150626
(BUND) hat Nadeln von Weihnachtsbäumen auf Rückstände von über 150
Pestiziden untersuchen lassen. Dabei stellte das unabhängige Labor in
mehr als jedem zweiten Baum Rückstände von Unkrautvernichtungsmitteln
fest. Getestet wurden 15 Nadelbäume, die in Berlin, Leipzig, München,
Nürnberg sowie in weiteren Regionen in Bayern stichprobenartig unter
anderem bei Bau- und Gartenmärkten gekauft worden waren. In sieben
Bäumen wurde entweder Glyphosat oder Prosulfocarb gefunden, in einem
weiteren Fall beide Herbizide in Kombination. "Diese Agrargifte sind
starke Wasserschadstoffe und können auch beim Menschen
gesundheitliche Auswirkungen hervorrufen. Glyphosat steht im Verdacht
Krebs zu fördern und die Embryonalentwicklung zu schädigen", sagte
der BUND-Pestizidexperte Tomas Brückmann. "Prosulfocarb ist sehr
giftig für das Nervensystem und Glyphosat ist akut toxisch für
Wasserorganismen. Die Stoffe können nach Angaben der Hersteller in
Gewässern längerfristig schädliche Auswirkungen haben", so der
Pestizidexperte.
Schon einmal hatte der BUND im Dezember 2011 Weihnachtsbäume auf
ihre Pestizidbelastung testen lassen und dabei Rückstände von
Insektenvernichtungsmitteln festgestellt sowie von Pestiziden, die
nicht für den Christbaumanbau zugelassen waren. Diese gefährlichen
Agrarchemikalien wurden in den aktuellen Analysen nicht mehr
nachgewiesen. Der aktuelle Test belege jedoch, dass beim Anbau von
Weihnachtsbäumen häufig Herbizide eingesetzt würden. "Diese
Unkrautvernichtungsmittel sind beim Anbau von Weihnachtsbäumen nicht
notwendig. Wegen der Umwelt- und Gesundheitsrisiken müssen die
Produzenten von Christbäumen auf Pestizide verzichten", sagte
Brückmann.
Öko-Weihnachtsbaumplantagen kämen ohne Pestizide aus, so der BUND,
beispielsweise durch den Einsatz von Shropshire-Schafen, durch die
das Gras kurz gehalten wird. "Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten
Verbraucher auf die Bio-Zertifizierung achten, also auf ein Siegel
der Öko-Anbauverbände, oder einen Weihnachtsbaum aus heimischen
Wäldern kaufen. Beim Waldbesitzer und Förster nebenan können Bäume
auch teilweise selbst eingeschlagen werden, ein besonderes Erlebnis,
vor allem für Kinder", so Brückmann. Verbrauchern empfiehlt der BUND,
vor dem Kauf zu erfragen, ob der Weihnachtsbaum aus regionaler
Herkunft stammt und umweltgerecht produziert wurde. So könne auch das
Bewusstsein der Produzenten und Händler für nachhaltige Anbaumethoden
gestärkt werden. Bei den Testkäufen des BUND hatte sich gezeigt, dass
Verkäufer oft keine Auskunft geben konnten, ob der Weihnachtsbaum
unter umweltgerechten Bedingungen produziert wurde.
Ergänzende Informationen zu den beiden gefundenen Pestiziden sowie
den Händlern, bei denen Stichproben genommen wurden, finden Sie
unter: www.bund.net/pdf/weihnachtsbaumtest
Weitere Informationen zum Thema Pestizide finden Sie unter
www.bund.net/pestizide
Pressekontakt:
Tomas Brückmann, BUND-Pestizidexperte, Tel. 030-27586-420, E-Mail:
tomas.brueckmann@bund.net bzw. Annika Natus, BUND-Pressereferentin,
Tel. 030-27586-464/-489, E-Mail: presse@bund.net
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.12.2014 - 13:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1150626
Anzahl Zeichen: 3521
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 275 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BUND-Test: Mehr als jeder zweite Weihnachtsbaum mit Pestiziden belastet"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BUND (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e
Weitere Mitteilungen von BUND
Ausfuhrüberschuss von Strom in Höhe von 34,9 Terawattstunden ...
Deutschland exportiert mehr elektrischen Strom als es einführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Angaben der vier großen Übertragungsnetzbetreiber mitteilt, wurden im Jahr 2013 rund 36,9 Terawattstunden (TWh) über die europäischen Stromnetze nach Deutschland eingeführt. Im gle
Verwendung von Treibhausgasen 2013 weiter rückläufig ...
Im Jahr 2013 wurden - wie bereits 2012 - in Unternehmen und Betrieben in Deutschland weniger fluorierte Treibhausgase als im Vorjahr eingesetzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden mit 9 145 Tonnen Fluorkohlenwasserstoffen 7 % oder 700 Tonnen weniger verarbeitet als im Ja
Die Gefleckte Heidelibelle ist Libelle des Jahres 2015 ...
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) haben die Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) zur Libelle des Jahres 2015 gekürt. Während die Libellenart früher häufig war, ist sie heute nur noch selten zu entdecken.
Deutsche Umwelthilfe fordert Bundesregierung zur Unterstützung des europäischen Kreislaufwirtschaftspaketes auf ...
EU-Kommissionschef Juncker will Kreislaufwirtschaftspaket streichen - DUH fordert dessen Beibehaltung und Festlegung hoher Recyclingziele - Veröffentlichung des DUH-Positionspapiers zum geplanten Wertstoffgesetz in Deutschland Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) fordert höhere Recyclingzie




