neues deutschland: Wer klärt auf?
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der Presse am Donnerstag lautete: »Denken Sie mal darüber nach.«
Zumindest dem kann man zustimmen, wenn man noch klärt: Worüber? Denn
was als »Fall Edathy« weder halb richtig noch völlig falsch
beschrieben ist, entzieht sich einfachen Wahrheiten. Die Schwere der
moralischen Fehlleistung des Sozialdemokraten, der sich Filme von
Minderjährigen besorgte, die kaum dadurch besser werden, dass sie
nicht verboten sind, hebt zum Beispiel nicht die Rechte des
Verdächtigten auf, was Unschuldsvermutung, Privatsphäre und
differenzierte juristische Bewertung angeht. Die Arroganz wiederum,
mit der Edathy jetzt auftrat, kann nicht gegen die notwendige Kritik
an der medialen Hatz gegen ihn in Stellung gebracht werden. Die jedes
Vertrauen brechende Preisgabe persönlicher SMS von Parteifreunden
durch Edathy zwecks eigener Verteidigung wiederum darf keine
Legitimation dafür sein, dass offenbar zwischen Sicherheitsbehörden
und Politprominenz eigene Regeln herrschen - solche, die mit dem
Gesetz nicht vereinbar sind. Und so fort. Mag sein, dass Edathy mit
seinem Auftritt ein heftiges SPD-Nachbeben auslöst. Aufklärung, die
diesen Namen verdient, wird man von Sozialdemokraten deshalb kaum
erwarten können. Und dass manche Medien vor allem interessiert, wie
die Titel der Filme heißen, die Edathy sich besorgte, lässt nicht
gerade darauf hoffen, dass der »Fall Edathy« als das gesehen wird,
was er eben auch ist: ein Fall des politisch-medialen Betriebs.
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Datum: 18.12.2014 - 18:15 Uhr
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