Weser-Kurier: Zur Bürgerbeteiligung schreibt Martin Wein:
ID: 1155447
weniger Menschen engagieren sich. Die einstigen Volksparteien
verdienen diesen Namen durch ihre Mitgliederzahl jedenfalls nicht
mehr. Mehr als 400 000 Genossen haben beispielsweise bundesweit in
den letzten zwei Jahrzehnten ihr SPD-Parteibuch abgegeben. 250 000
waren es bei der CDU. Und bei Wahlen ist eine Beteiligung von unter
50 Prozent nicht mehr auszuschließen. Bei der letzten
Bürgerschaftswahl 2011 gaben nur 55,5 Prozent aller Wähler ihre
Stimme ab. Angesichts dieser Umstände ist jedes Projekt Gold wert,
das Bürger zum Mitgestalten motiviert. Der Hoheitsstaat öffnet mit
digitaler Bürgerbeteiligung seine Bürotüren. Viele Kommunen versuchen
es mit sogenannten Bürgerhaushalten. Dabei kann jedermann
Sparvorschläge und Streichlisten angeben. Wenn schon gespart werden
muss, dann sollen die Bürger selbst Prioritäten setzen können. Das
Projekt "Liquid-Friesland" ist dagegen langfristig angelegt. Bürger
im Landkreis Friesland können hier jederzeit und von jedem Ort an der
politischen Willensbildung teilnehmen. Natürlich wird die
Kreispolitik dadurch allein nicht interessanter. Ein Ansturm
Tausender Bürger war deshalb nicht ernsthaft zu erwarten - und er ist
ausgeblieben. Andererseits ist das Projekt nicht zum
Durchmarsch-Instrument netzaffiner Eliten geworden, die rücksichtslos
und fern der Parteien ihre Interessen betreiben. Bei "Liquid
Friesland" wird ernsthaft diskutiert - unter ganz normalen Bürgern.
Schließlich ist inzwischen fast jeder irgendwie im Netz unterwegs.
Gewisse Modifikationen können das Portal sicher noch attraktiver
machen und stärker an die politische Willensbildung im Kreistag
andocken. Die Parteien tun jedenfalls gut daran, sich hier positiv
einzubringen. Sonst könnte die Akzeptanz für die Dominanz der
Parteipolitiker irgendwann ins Bodenlose erodieren.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.12.2014 - 21:23 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1155447
Anzahl Zeichen: 2227
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 432 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Zur Bürgerbeteiligung schreibt Martin Wein:"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Märkische Oderzeitung: kommentiert die Sicherheitslücken bei biometrischen Daten: ...
Eine simple Digitalkamera genügt: Der Chaos Computer Club hat mit einem fotokopierten Fingerabdruck der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erneut bewiesen, wie einfach es ist, sich biometrischer Daten zu bemächtigen. Die hochgelobte, als ultimativ geltende Sicherheitstech
Märkische Oderzeitung: kommentiert das Gezerre um den BER-Aufsichtsrat: ...
Zwei Regierungschefs, eine gemeinsame Haltung: Beim BER will man sich nur ja nicht die Hände schmutzig machen und bleibt auf Distanz. Nun sucht man einen unabhängigen Experten, der das Aufsichtsgremium leiten soll. Das klingt zwar im ersten Moment vernünftig. Nur wird ein solcher Experte schn
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl zum Wahlwochen-Vorschlag der SPD ...
Eine Gurke, zwei Schnitzel und ein paar Kreuze auf dem Wahlzettel - sieht so der Einkauf der Zukunft aus? Könnte sein, wenn es nach dem Vorschlag von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi geht. Sie möchte mit rollenden Stimmkabinen und einer Wahlwoche mehr Menschen an die Urnen bringen. Da frag
Lausitzer Rundschau: Alter Hut, neu aufgesetzt - Kritik an Merkels Kurs aus den eigenen Reihen ...
Gut vorstellbar, dass Hans-Peter Friedrich mit der Kanzlerin noch eine Rechnung offen hat. Der ehemalige Bundesinnenminister gilt als Bauernopfer in der leidigen Edathy-Affäre. Angela Merkel ließ den Christsozialen nach nur zwei Amtsmonaten politisch fallen wie eine heiße Kartoffel. Was Friedr




