Westfalen-Blatt: DAs WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Europa

Westfalen-Blatt: DAs WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Europa

ID: 1155923
(ots) - Auf den Aufbruch nach der Erneuerung durch die
Europawahlen hatte man in Brüssel gehofft. Stattdessen musste die EU
2014 erleben, dass schon die Verhinderung des Abbruchs viel Kraft
kostet. Und jetzt auch noch Griechenland. Mindestens zwei Monate
Ungewissheit sind absehbar, danach womöglich mehr. Das sind gar keine
guten Aussichten für 2015. Dabei bräuchte die EU eine Zeitenwende -
vor allem, um jene zu entlarven, die Europa lieber heute als morgen
den Garaus machen wollen. Denn die Rückkehr zum nationalen Egoismus
taugt nicht als Zukunftsperspektive. Wer dem widerspricht, braucht
sich nur umzusehen: Diese verzagte Gemeinschaft erlebt sich wieder
als bedroht. Von außen durch die völkerrechtswidrigen Eskapaden
Russlands, durch die energiepolitische Abhängigkeit von Moskau. Von
innen durch die Wellen derer, die die internationalen Konflikte in
unser Land spülen. So steht diese Union einmal mehr vor den
gewaltigen Herausforderungen, die längst hätten gelöst werden müssen.
Europa ist keine Oase geworden, in der die Globalisierung ohne Opfer
abgefedert wird. Zu viele Mitgliedstaaten predigen einen ungebremsten
Protektionismus als einzigen Lösungsweg. Als ob Frankreich, Italien
oder Spanien in der Lage wären, mit den Herausforderungen alleine
fertig zu werden. Und schließlich Griechenland. Der von der Linken
den Wählern im kommenden Wahlkampf dort angebotene Ausstieg aus der
Verantwortung ist verlockend gefährlich. Die Opferperspektive wir die
Debatte um das Ende des Sparkurses bestimmen - mit Folgen für die
politische Moral in der gesamten Europäischen Union. In Brüssel hat
in nahezu allen Gremien eine neue Mannschaft das Ruder übernommen,
neue Strukturen geschaffen und sogar ein Arbeits- und
Investitionsprogramm vorgelegt. Warum die Staats- und Regierungschefs
bei ihrem Dezember-Gipfel zwar über die neuen Projekte sprachen, aber


erst in sechs Monaten über selbige entscheiden wollen, ist nicht zu
begreifen. Als ob Arbeitslose Zeit hätten. Das Kopfschütteln darüber
verstärken zwei beängstigende Strömungen. Da sind zum einen die
Kritiker und Gegner der EU, die sich weiter leicht damit tun, die
Union als ein Monstrum leerer Versprechungen zu verunglimpfen. Und da
ist zum anderen das wachsende Misstrauen in die Politik - ablesbar an
der tiefen Kluft, die zwischen den Befürwortern und den
Widerständlern der beiden Freihandelsabkommen mit den USA und mit
Kanada klafft. Die neuen Vertreter dieser Union haben geschworen,
diesen Zerfall des europäischen Einigungsgedankens durch Transparenz
und Verlässlichkeit zu stoppen. Das klingt nicht nur gut, es ist
überfällig. Weil nur eine glaubwürdige europäische Politik wieder
jenes Bewusstsein für diese Gemeinschaft schaffen kann, das am Anfang
stand: die Gewissheit, dass die Völker Europas zusammen stärker sind
als es jedes für sich alleine jemals sein könnte.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur US-Todesliste Rheinische Post: Kommentar / 
Todesliste aufklären 
= Von Gregor Mayntz
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.12.2014 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1155923
Anzahl Zeichen: 3288

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 570 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: DAs WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Europa"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur US-Todesliste ...
Wie naiv ist eigentlich Omid Nouripour von den Grünen? Mit der Weitergabe der Handy-nummern einzelner Taliban-Kämpfer an die USA habe die Bundesregierung jahrelang das Parlament belogen, behauptet der »Experte«. Dabei durfte er nicht wirklich überrascht gewesen sein, als er diese Woche in Z

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Antisemitismus-Liste des Simon-Wiesenthal-Zentrums ...
Vier Tote beim Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, ein brutaler Überfall auf ein jüdisches Paar im Pariser Vorort Créteil, anti-jüdische Parolen in Berlin bei Kundgebungen gegen den Gaza-Krieg. Auch in Europa war das Jahr 2014 nicht eben arm an Judenhass. In seine - durchaus umstri

Rheinische Post: Kommentar / Todesliste aufklären = Von Gregor Mayntz ...
Sie mordeten aus dem Hinterhalt, nahmen keine Rücksicht, ob wenige oder viele Zivilisten bei Anschlägen gegen die Bundeswehr getötet wurden. Wenn die Taliban den Maßstab liefern, den sie in Afghanistan für sich beanspruchten, dann sind Todeslisten, auf die Militärs die Namen und möglichen

Rheinische Post: Kommentar / Der Wert eines guten Arbeitsmarktes = Von Eva Quadbeck ...
Als Kanzlerin Merkel vor neun Jahren ihre erste Neujahrsansprache hielt, nannte sie als "Problem Nr.1" die "erschreckend" hohe Arbeitslosigkeit. Ein Jahr zuvor war die von Rot-Grün beschlossene Hartz-IV-Reform gestartet. Sie sollte den Arbeitsmarkt vom Kopf auf die Füße ste


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z