Weser-Kurier: Zum Projekt "BioStadt Bremen" schreibt Ralf Michel:
ID: 1156247
Essen. Von daher passt der Startschuss für dieses Projekt wie gemalt
zum Jahresanfang. "Mehr Bio aus und für Bremen" - klingt wie der
kollektive gute Vorsatz einer ganzen Stadt fürs neue Jahr. Und die
Vorzeichen stehen gut. Was RotGrün da auftischt, hat auch die CDU
schon gefordert, und die Linke ist ohnehin nicht verdächtig, sich
gegen gesünderes Essen in Kitas und Schulen zu sperren. Alle könnten
also an einem Strang ziehen. Doch mit guten Vorsätzen ist das eben so
eine Sache. Der Titel "BioStadt" ist nichts, wofür man sich bewerben
müsste. Es gibt weder festgelegte Kriterien, die erfüllt werden
müssen, noch eine offizielle Zertifizierung. Letztlich ist "BioStadt"
nicht mehr als ein Marketing-Begriff. Genau diese Schwammigkeit birgt
die klassische Gefahr für Projekte dieser Art: Da werden
Arbeitsgruppen gebildet, Workshops abgehalten, Kompetenzen gebündelt
und natürlich wird vernetzt, was das Zeug hält. Betriebsame Hektik
und reichlich heiße Luft, aber keine überprüfbaren Ergebnisse. "Mehr
Bio in Kitas, Schulen und öffentlichen Einrichtungen" mag als
plakative Forderung für einen Flyer genügen. Doch wo sind die
konkreten Zielvorgaben für die "BioStadt Bremen"? Die gilt es zu
formulieren. Auf die Gefahr hin, dass man sich daran später wird
messen lassen müssen.
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Datum: 02.01.2015 - 18:45 Uhr
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