Westfalenpost: Steigende Zahl bei Unfallfluchten: Das Ich wird zum alleinigen Maßstab des Handelns
ID: 1167900
Auf der einen Seite ist es ein mangelhaftes
Unrechtsbewusstsein, auf der anderen Seite fehlt die Bereitschaft zur
Verantwortungsübernahme: Das Verkehrsverhalten auf deutschen Straßen
spi
egelt in dramatischer Weise den moralischen Verfall jener
überkommenen Sitten, auf denen sich unser Gemeinwesen gründet.
Unfallflucht bei Blechschäden hat kaum noch den Stellenwert eines
Kavaliersdelikts und wird millionenfach praktiziert. Zeugen eines
schweren Unfalls mit Verletzten erkennen hingegen das Geschehen als
kurzweilige Alltagsabwechslung - sie gaffen statt zu helfen und
fotografieren statt zu alarmieren.
Hinter diesen Verhaltensmustern wird eine Welt- und
Werteanschauung deutlich, in der das Füreinander vom Gegeneinander
abgelöst worden ist. Moralische Instanzen und Übereinkünfte haben
ihre Gültigkeit verloren. Der eigene Vorteil steht im
Entscheidungsvordergrund, das Schicksal anderer verliert sich in
rigoros abgrenzender Interessenlosigkeit.
Helfen wird nicht mehr als Pflicht akzeptiert, weil der Begriff
der Pflicht selbst zur hohlen, zur inhaltsfreien Worthülle geworden
ist. Das Ich wird zum einzigen Maßstab des Handelns. Der Einzelne
zieht sich in seiner Verantwortung für die Gemeinschaft zurück, nutzt
diese allenfalls noch im Hinblick auf die eigene Spaß- und
Vorteilsgewinnung.
Wirkt diese Gesellschaftsanalyse zu düster, zu pessimistisch?
Vielleicht. Aber die negative Tendenz lässt sich schon erkennen. Und
über Zivilcourage haben wir an dieser Stelle noch gar nicht
gesprochen.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.02.2015 - 22:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1167900
Anzahl Zeichen: 1844
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 218 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Steigende Zahl bei Unfallfluchten: Das Ich wird zum alleinigen Maßstab des Handelns"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Schwäbische Zeitung: Orban hat sich verrannt ...
Die Verärgerung der Ungarn über ihren Ministerpräsidenten scheint zuzunehmen, aber sie ist keinesfalls so ausgeprägt, dass er den Rückhalt in der Bevölkerung verloren hätte. Wären heute Wahlen, Viktor Orban und sein Fidesz könnten erneut mit einer Mehrheit rechnen. Das liegt an den weni
Schwäbische Zeitung: Wo ein Wille ist ...
In Zeiten, in denen die Zahl der Flüchtlinge nach Deutschland ohnehin wächst, ist die Frage heikel: Braucht man ein neues Zuwanderungsgesetz, um Arbeitskräfte außerhalb der EU ins Land zu holen? Um zielgerichteter um jene zu werben, die der deutschen Wirtschaft nutzen? Jahrzehntelang hat man
Westfalen-Blatt: zum Thema Krebs ...
Krebspatienten leben immer länger, sagen die Statistiker. Aber was bedeutet das eigentlich? Zum einen dokumentiert das durchschnittliche Sterbealter von inzwischen 73,4 Jahren den medizinischen Fortschritt. Für Ärzte ist Krebs vielfach durchschaubar geworden, sie wissen weit mehr über Zellen u
Rheinische Post: Kommentar / Egotrip in Budapest = Von Matthias Beermann ...
Bei ihrem Besuch in Ungarn konnte Angela Merkel schon mal üben, wie man mit einem EU-Land umgeht, dessen Regierung zwar demokratisch gewählt ist, aber in mancherlei Weise wenn nicht gegen den Buchstaben so doch gegen den Geist der Gemeinschaft verstößt. Wirkt doch der zunehmend autokratische




