Westfalen-Blatt: Im NRW-weit womöglich letzten Justizfall zu Verbrechen im NS-Vernichtungslager Auschwitz hat die Staatsanwaltschaft Dortmund einen 93-jährigen ehemaligen SS-Mann aus Lage (Kreis Lippe) angeklagt.
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Verbrechen im NS-Vernichtungslager Auschwitz hat die
Staatsanwaltschaft Dortmund einen 93-jährigen ehemaligen SS-Mann aus
Lage (Kreis Lippe) angeklagt. Das berichtet das in Bielefeld
erscheinende Westfalen-Blatt (Samstagsausgabe). Der 93-Jährige wird
dem Bericht zufolge der Beihilfe zum Mord beschuldigt. Das bestätigte
die für Ermittlungen zu NS-Verbrechen federführende
Staatsanwaltschaft in Dortmund der Zeitung am Freitag. Die Akten
liegen nun beim Landgericht in Detmold, das über die Zulassung der
Anklage entscheiden muss. Dem Westfalen-Blatt-Bericht zufolge waren
die Ermittler dem hochbetagten Mann nach akribischer Archivarbeit auf
die Spur gekommen. Sein Name tauchte auf Bekleidungslisten des
Konzentrationslagers Auschwitz auf. Deshalb wurde auch gegen zwei
weitere Männer aus NRW ermittelt. Die Verfahren seien mittlerweile
aber eingestellt worden, sagt der Dortmunder Oberstaatsanwalt Andreas
Brendel der Zeitung. »Die Beweislage war in beiden Fällen zu dünn.«
Der Beschuldigte hatte nach Angaben der Ermittler eingeräumt, von
Anfang 1942 bis 1944 Wachmann im KZ Auschwitz gewesen zu sein. Eine
Beteiligung an Tötungshandlungen habe er allerdings abgestritten,
heißt es in dem Bericht weiter. In Auschwitz waren während des
Zweiten Weltkrieges mindestens 1,1 Millionen Menschen, meist jüdische
Häftlinge, ermordet worden.
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Andreas Kolesch
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Datum: 14.02.2015 - 04:00 Uhr
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