Westfalenpost: Wahl in Hamburg
Zugegeben, es ist nur Hamburg. Es ist das Votum
von nur 1,3 Millionen Wahlberechtigten und diesem wohnen zudem
Sondereffekte inne. Zum Beispiel die 16- und 17-Jährigen, die
erstmals mitwählen durften, oder eine historisch niedrige
Wahlbeteiligung. Trotzdem: Der SPD ist es an der Elbe mit einem
profilierten Spitzenkandidaten gelungen, breite Zustimmung für
unaufgeregte Politik zu erhalten. Selbst wenn es zur absoluten
Mehrheit nicht reicht. Die CDU hingegen wird abgestraft.
Schlechtestes Ergebnis aller Zeiten für einen auf verlorenem Posten
kämpfenden Dietrich Wersich.
Und so wurde es das Hochamt
des Olaf Scholz. Mit einer soliden und realistischen Politik hat er
die Hamburger aus dem Bereich der bürgerlichen Mitte am ersten
Wahlabend des neuen Jahres abgeholt. Und so wird aus einem ehemaligen
Parteisoldaten ein unumstrittener Erster Bürgermeister, der nach
diesem Ergebnis auf Bundesebene weiter an Gewicht gewinnen dürfte.
Ein Blick gilt der FDP. Nach dem liberalen Debakel von
2013 schafft es die Partei dank Spitzenkandidatin Katja Suding
erstmals wieder über die Fünf-Prozent-Hürde bei einer Landtagswahl.
Die Liberalen feiern. Sie sollten sich aber nichts vormachen. Dieser
Stimmungsaufschwung bedeutet nicht zwingend das Ende der politischen
Umwälzungen.
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Datum: 15.02.2015 - 19:59 Uhr
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